Sahra Wagenknecht sagt: Wir haben keine funktionierende Demokratie. Foto: Imago Images/Jürgen Heinrich

In der ZDF-Sendung Maybrit Illner hat Linke-Politikerin Sahra Wagenknecht Verständnis für Corona-Demonstranten gezeigt. Und den Vorwurf, die Proteste seien von Rechten dominiert, zurückgewiesen. Es sei ein „öffentliches Problem“, dass man „den ganzen Protest“ auf „einen Teil reduziert, der überhaupt nicht repräsentativ ist für die Menschen, die auf die Straßen gehen“. Die Frage sei zudem, wer „dafür verantwortlich ist, dass so viele Menschen wütend sind.“ Es sei „in dem Fall nicht die Rechte und nicht die AfD, die regiert ja nicht“, so Wagenknecht im ZDF-Talk.

Weiter sagte die Politikerin: „Wir haben keine Corona-Diktatur, aber wir haben auch keine funktionierende Demokratie.“ In Richtung von Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) fügte Wagenknecht hinzu: „Die Formulierung von Herrn Reul, die Mehrheit der Menschen verhält sich ordentlich, ist ein Zungenschlag, den wir leider immer mehr haben.“ Nach Ansicht der Linke-Politikerin komme „da schon so eine Diskussion auf, ist man denn eigentlich noch ein ordentlicher Staatsbürger, wenn man jetzt in dieser Situation auf die Straße geht?“

Dann sagt Sahra Wagenknecht weiter: „In Deutschland sterben jedes Jahr zwischen 20.000 und 30.000 Menschen an Krankenhauskeimen“. Dieses Zustand „könnte man beheben, durch eine bessere Ausstattung der Krankenhäuser. Das sind mehr Menschen, als an Corona wahrscheinlich dieses Jahr sterben“. Ihre Kritik: „Das ist eine Gefahr, die nicht in der Öffentlichkeit diskutiert wird! Nicht wie Corona!“

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Zusammenfassend ist die Politikerin überzeugt: „Die AfD hätte keinen Erfolg in diesem Land, wenn es nicht diese breite Unzufriedenheit gäbe (...), wenn es nicht so viele Menschen gäbe, die jedes Vertrauen in die Politik verloren haben.“