An der New Yorker Börse zeigten die Daumen der Händler für Facebook-Aktien nach unten. dpa/Jens Büttner

TikTok, TikTok – ticktack: Das chinesische Videoschnipsel-Portal lässt bei Facebook die Uhr rückwärts laufen und hat dessen (Börsen-)Wert an der Wall Street einkrachen lassen. Damit war der kürzlich in „Meta“ umbenannte Konzern Mark Zuckerbergs schlagartig an die 200 Milliarden Euro und damit über ein Fünftel weniger wert.

Hintergrund waren neue Zahlen: Das weltgrößte Online-Netzwerk hat im vergangenen Quartal erstmals kaum neue Nutzer dazugewonnen. Die Zahl täglich aktiver Mitglieder sank sogar binnen drei Monaten um rund eine Million.

Das ist zwar ein mickriger Rückgang von 1,93 auf 1,929 Milliarden, aber so ist das an der Börse: Zusammen mit der Enttäuschung über die Umsatzprognose für das laufende Quartal trieben die Zahlen Anleger in die Flucht. Unter dem Strich sank der Konzerngewinn um acht Prozent auf knapp 10,3 Milliarden Dollar (9,1 Milliarden Euro).

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Mark Zuckerberg hat viel Geld verloren. AP/Nick Wass

Mark Zuckerberg verliert 24 Milliarden Euro

Gründer und Chef Mark Zuckerberg (37) verwies auf Konkurrenz unter anderem durch TikTok. „Die Leute haben jede Menge Auswahl, wie sie ihre Zeit verbringen wollen – und Apps wie TikTok wachsen sehr schnell“, sagte er in einer Telefonkonferenz mit Analysten. Auch seine Plattform werde fortan noch stärker auf kurze Videos setzen. Der Konzern entwickelte dafür „Reels“, was vergleichbar zu TikTok ist. Das werde zunächst auf die Erlöse drücken, räumte Zuckerberg ein. Denn Reels-Anzeigen seien weniger lukrativ als etwa der Platz im Newsfeed der Facebook-Nutzer.

Der Börsen-Einbruch trifft auch Zuckerberg selbst hart. Er verlor 24 Milliarden Dollar seines Privatvermögens – zumindest auf dem Papier. Das ist einer der größten Tagesverluste aller Zeiten, wie aus Daten des Finanzdienstleisters Bloomberg hervorgeht.

Zuckerbergs Vermögen schrumpfe demnach von gut 120 Milliarden auf 97 Milliarden Dollar. In der Liste der zehn reichsten Menschen der Welt wäre er nicht mehr vertreten.

Kaum Zuwachs auch bei WhatsApp und Instagram

Facebook hatte in der Corona-Pandemie die Anleger mit üppigen Wachstumsraten verwöhnt. Auch daher schlug die Prognose von 27 bis 29 Milliarden Dollar (23,9 bis 25,6 Milliarden Euro) Umsatz im laufenden Quartal besonders hart ein. Denn sie bedeutet, dass die Erlöse im Jahresvergleich vielleicht nur um dürre Prozente wachsen werden.

Der Konzern verwies zur Begründung einmal mehr auf Apples Maßnahmen für mehr Privatsphäre auf dem iPhone, die das Facebook-Geschäft schon seit Monaten bremsen. Meta rechne damit, dass dies den Konzernumsatz in diesem Jahr um zehn Milliarden Dollar drücken werde, sagte Finanzchef Dave Wehner. Denn App-Anbieter wie Facebook müssen iPhone-Nutzer seit 2021 fragen, ob sie zu Werbezwecken ihr Verhalten quer über verschiedene Dienste und Websites nachverfolgen dürfen. Sehr viele iPhone-Kunden lehnten dies ab.

Mark Zuckerberg muss heftige Verluste verkraften. AP/Alex Brandon

Wie Apple Facebook Geschäfte verhagelt

Dadurch kann Facebook schlechter die Anzeigen auf einzelne Nutzer zuschneiden. Das zentrale Geschäftsmodell des Konzerns ist aber, Anzeigen exakt den von Werbekunden gewünschten Zielgruppen zu zeigen. Mit dem Nein der iPhone-Nutzer zum Tracking wurde es für den Konzern schwieriger, sowohl Informationen über Interessen der Nutzer zu sammeln als auch den Erfolg der Werbekampagnen zu messen.