Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina in Halle. imago/Steffen Schellhorn

Diese Forderung klingt kalt, doch sie ist ein verzweifelter Appell an unsere Solidarität! Der Leopoldina-Verhaltensforscher Armin Falk warf Menschen, die sich nicht impfen wollen, eigennütziges Handeln vor und forderte diverse Erleichterungen für Geimpfte – die Aufsehenerregendste: Im Fall einer Triage-Situation sollten die eher ein Beatmungsgerät bekommen als Menschen, die sich bewusst nicht impfen lassen. Menschen, denen das aus medizinischen Gründen nicht möglich ist, nahm er bewusst aus.

Leopoldina-Forscher: Wem soll zuerst geholfen werden?

Was hart klingt, ist am Ende konsequent. Denn sollte es zu einer Triage-Situation in Deutschland kommen, müssten die Ärzte auf den Stationen auswählen, wer ein Beatmungsgerät bekommt. Warum sollten sie dem Menschen das Gerät vorenthalten, der alles ihm Mögliche dafür getan hat, die Verbreitung des Virus aufzuhalten und eine eigene Infektion zu vermeiden? Wieso sollte die Person medizinische Hilfe bekommen, die sich bewusst gegen diesen Schutz entschieden hat?

Fakt ist: Wir haben in Deutschland eine Impfquote von gerade einmal 50 Prozent, jeden Tag sinkt die Zahl derer, die sich impfen lassen. 85 Prozent brauchen wir. Bis dahin steigt mit einer Impfquote von 50 Prozent und hohen Inzidenzen das Risiko von Mutationen, gegen die die Vakzine weniger wirksam sind.

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Wer sich bewusst nicht impfen lässt, verhält sich unsolidarisch. Er nimmt nicht nur das Virus nicht ernst, sondern macht sich mitschuldig, wenn es zu Fluchtmutationen kommt und wir alle im Kampf gegen Corona weit zurückgeworfen werden, Kliniken sich wieder füllen. Stellen Sie sich vor, Sie sind Arzt und müssen entscheiden, wer das letzte Beatmungsgerät bekommt: Der Patient, der mit seiner Impfung versucht hat, all das zu verhindern, oder der, der zu dieser Situation beigetragen hat?