Des Bauern doppelte Teuer-Sorgen: Diesel für den Trecker und für den Dünger hinten drauf. dpa/Jan Woitas

Die Preise von in Deutschland produzierten Lebensmitteln müssen steigen, damit die Bauern 2023 eine stabile Versorgung speziell mit Getreide sichern können. Das schreibt der Deutsche Bauernverband in einer Stellungnahme zu den Folgen des Ukraine-Kriegs. Wegen  hoher Preise für Diesel, Gas und Düngemittel könne es sonst 2023 zu Ausfällen kommen.

2022 ist noch genug Getreide für die Lebensmittel-Versorgung da

2022 sei die Versorgung mit Getreide noch gesichert, die Preise allerdings hingen am Weltmarktpreis. Der dürfte wegen des Ausfalls von Lieferungen aus der Ukraine und Russland auf absehbare Zeit nicht sinken.

Gerade beim Dünger steckten die Bauern in der Kostenfalle, heißt es beim Verband, der staatliche Liquiditätshilfen fordert. Dünger sei auch wegen des Ausfalls russischer, belarussischer und ukrainischer Lieferungen vier Mal so teuer geworden. Wer jetzt diesen teuren Dünger bestellt, kann gar nicht sicher sein, dass er geliefert wird, falls der Ausfall von Gaslieferungen aus Russland die Produktion in der EU reduziert.

Ohne genügend viel Dünger aber werde weniger geerntet – mit weniger Einnahmen und möglicherweise Verlusten: Kann der Bauer dem Handel vertraglich vereinbarte Getreidemengen 2023 nicht liefern, muss er die Lücke auf eigene Kosten schließen.

Dünger-Kosten treiben die Preise für Lebensmittel hoch

Die Bauernvertreter fordern allerdings auch, dass die Preise der EU-Düngemittelhersteller kartellrechtlich überprüft werden. Deren Aufschläge seien mit den gestiegenen Energiekosten nicht zu rechtfertigen.

Überaus wichtig sei, dass Land- und Lebensmittelwirtschaft im Falle eines Embargos oder eines russischen Lieferstopps vorrangig mit Gas und Diesel versorgt werden, um die Produktion aufrechterhalten zu können.

Der Verband verlangt schließlich, dass eine neue EU-Regel ausgesetzt wird. Sie verbietet, nach der Weizenernte auf dem selben Acker gleich wieder Weizen anzubauen. Das würde einen Ernte-Rückgang von vier Millionen Tonnen/Jahr bedeuten.