Seit 2015 ist die ICE-Strecke Berlin-München in Betrieb 4 bis 4,5 Stunden brauchen die Züge.   Foto: dpa/Martin Schutt

Berlin - Die Zahl der Bahn-Fahrgäste soll von knapp zwei Milliarden 2019 auf vier Milliarden im Jahr 2030 steigen, statt 18 sollen 25 Prozent der Güter in Deutschland umweltfreundlicher über die Schiene statt mit Lastwagen über die Autobahnen transportiert werden. Das sieht der „Schienenpakt“ vor, den Bahnunternehmen, Bahnindustrie, Gewerkschaften, Verbände und Fahrgastvertreter mit Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) unterzeichneten.  

Mittelfristig sollen sich die Bahn-Fahrgäste auf einen Halbstunden-Takt auf Hauptstrecken freuen dürfen - zwischen Berlin und Hamburg soll das schon im Dezember beginnen. 

Die Beteiligten des Pakts hatten rund zwei Jahre über den Pakt diskutiert, der pro Jahr drei Milliarden Euro Ausgaben nötig macht - doppelt so viel wie jetzt . Er sieht zahlreiche Maßnahmen vor, wie einen Ausbau digitaler Stellwerkstechnik sowie eine schnellere Elektrifizierung von Strecken. Außerdem sollen Innovationen vorangetrieben werden, die die Bahn auch leiser machen.

All das braucht Personal: Bis zu 100.000 neue Jobs bei der Bahn sind in Aussicht gestellt. Dabei hatte der Bund erst im Mai Personalkürzungen verlangt, weil die Einnahmen wegen Corona eingebrochen waren.

Beim „Deutschlandtakt“ dauert es auf vielen Strecken noch Jahre, bis er umgesetzt ist. Bahnchef Richard Lutz: „Fundamental ist der Ausbau der Infrastruktur.“ Daher sollen nun etwa  belastete Knotenpunkte ausgebaut werden, zum Beispiel Erfurt, Halle/S., Leipzig, Dresden, Nürnberg und Hamm.

Am Ende sollen viele Verbindungen weniger Zeit in Anspruch nehmen. Das reicht von  knapp 60 Minuten weniger zwischen Cottbus und Eisenach bis zu 90 Minuten weniger zwischen Stralsund und Bielefeld. Abschnitte zwischen Nordrhein-Westfalen und Berlin sollen für eine Geschwindigkeit von 300 Stundenkilometern ertüchtigt werden. Bonn soll von Berlin aus dann in 4:03 Stunden erreicht werden, 39 Minuten schneller.

Die für den Güterverkehr wichtige „Rheintalschiene“ ist an der Grenze ihrer Kapazität.   Foto: dpa/Philipp von Ditfurth

Zu den „Prioritären Großprojekten“ zählen eine Verbindung  Halle/S. - Magdeburg - Hamburg und der Ausbau der Strecke Frankfurt/M. - Mannheim- Karlsruhe - Basel. Gerade ihr bisheriger „Fortschritt“ stimmt skeptisch. An den 200 Kilometern zwischen Karlsruhe und Basel wird seit 1987 gebaut. Sie sollen ein Teil der Güter-Verbindung Genua -Rotterdam werden. Aber während die Schweizer dafür mal eben von 1999 bis 2016 den längsten Bahntunnel der Welt unter dem Gotthard bauten (57 Kilometer), ist Deutschland immer noch nicht fertig.