Kurz vor dem neuen Angebot hatte im Güterverkehr der dritte Streik der laufenden Tarifrunde begonnen. dpa/Daniel Reinhardt

Die Deutsche Bahn hat im Tarifkonflikt mit der Lokführergewerkschaft GDL quasi in letzter Minute ein neues Angebot vorgelegt. Es beinhalte eine Corona-Prämie von bis zu 600 Euro und eine Laufzeit des Tarifvertrags von 36 Monaten, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Bislang hatte die Bahn eine Laufzeit von 40 Monaten angeboten und die Höhe der Prämie nicht beziffert. Das Angebot sei der GDL schriftlich unterbreitet worden, hieß es. Kurz zuvor hatte im Güterverkehr der dritte Streik der laufenden Tarifrunde begonnen.

Doch die Hoffnung vieler auf eine mögliche Streikabsage erfüllte sich nicht. Die Gewerkschaft der Lokführer will - trotz des neuen Tarifangebots - ihren Streik wie geplant durchführen. Das sagte ein Vertreter des GDL-Bezirks Nordost am Abend dem rbb. Er bezeichnete den Vorschlag des Konzerns als unzureichend. Deshalb werde bis Dienstagfrüh gestreikt. Eine Reaktion von GDL-Chef Claus Weselsky zum neuen Angebot der Bahn stand bis zum späten Abend aus. 

Schon vor der vorigen Streikrunde in der vergangenen Woche hatte die bundeseigene Bahn eine Corona-Prämie in Aussicht gestellt und damit gehofft, den damaligen Arbeitskampf noch abwenden zu können. GDL-Chef Claus Weselsky hatte den Vorstoß aber kurz darauf abgelehnt und unter anderem kritisiert, dass die Bahn keine konkrete Zahl genannt habe. Die nun angebotenen 600 Euro Prämie entsprechen der Forderung der Gewerkschaft.

Warten auf eine Antwort der Gewerkschaft

Bei der Laufzeit eines Tarifvertrags will die GDL allerdings 29 Monate erreichen. Außerdem will sie, dass die erste Tarifstufe von 1,7 Prozent noch im laufenden Jahr gezahlt wird. 

Die Gewerkschaft hatte am Mittwochnachmittag mit dem Streik im Güterverkehr begonnen. Am Donnerstagmorgen um 2.00 Uhr soll der Arbeitskampf auf den Personenverkehr ausgeweitet werden. Insgesamt mehr als fünf Tage soll der Streik dieses Mal dauern.