Ein Auszubildender holt ein Teil aus dem Lager seines Ausbildungsbetriebs. Etliche Azubis beklagen sich bitter über die Ausbildungs-Bedingungen.  Foto: Angelika Warmuth/dpa-tmn

Die Lage am Ausbildungsmarkt sieht düster aus, die Zahl der Ausbildungsstellen sinkt. Jeder zweite Azubi klagt, von seinem Gehalt nicht leben zu können. Mehr als die Hälfte aller Auszubildenden (57 Prozent) können „weniger gut“ oder „gar nicht“ selbstständig von ihrer Vergütung leben. Das geht aus dem aktuellen Ausbildungsreport des Deutschen Gewerkschaftsbundes hervor. Danach erhält jeder Zweite (49 Prozent) zusätzliche finanzielle Unterstützung, um sich überhaupt über Wasser halten zu können.

Jeder vierte Auszubildende kann sich laut einer Umfrage nach dem Arbeitstag nicht richtig erholen, 24,7 Prozent klagten über zu wenig Ausgleich. Beschwerden gab es auch über die Ausgestaltung der Lehrzeit: Ausbildungsfremde Tätigkeiten wie Toiletten putzen, Gläser spülen und tagelange Renovierungsarbeiten im Betrieb mussten demnach mehr als zwölf Prozent der Befragten immer oder häufig erledigen.

Eine Auszubildende zur Hotelfachfrau beim Zimmerservice – besonders Azubis aus dem Hotel- und Gaststättengewerbe sind mit ihrem Ausbildungsbetrieb unzufrieden. Foto: Imago stock&people

Viele Azubis wissen offenbar auch gar nicht, was sie lernen sollen: Jedem Dritten (34 Prozent) liegt kein betrieblicher Ausbildungsplan vor, obwohl dies gesetzlich vorgeschrieben ist. Die Zufriedenheit mit der Lehrstelle ist laut Report auf einen Tiefstwert gesunken. Erstmals zeigten sich weniger als 70 Prozent der Befragten mit ihrer Ausbildung „zufrieden“ oder „sehr zufrieden“. Vor zehn Jahren seien es noch 75,5 Prozent gewesen, so der DGB. Für ihre Studie hatte die Gewerkschaft mehr als 16.000 Lehrlinge aus den 25 am häufigsten gewählten Ausbildungsberufen befragt. Mehr als ein Drittel von ihnen klagte über regelmäßig anfallende Überstunden.