Angus Campbell, der Chef der australischen Verteidigungsstreitkräfte, stellte den erschütternden Bericht vor. Foto: Mick Tsikas/AP

Ein Untersuchungsbericht hat „schwerste Verstöße“ australischer Soldaten beim Einsatz in Afghanistan seit 2001 festgestellt. 25 Mitglieder einer Sondereinheit hätten demnach mindestens 39 Gefangene oder Zivilisten „unrechtmäßig“ getötet, sagte der Chef der australischen Verteidigungsstreitkräfte, Angus Campbell, am Donnerstag in Canberra bei der Veröffentlichung eines Berichts zum Verhalten australischer Soldaten im Afghanistankrieg.

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Laut Bericht seien etwa Neuankömmlinge gezwungen worden, einen Gefangenen zu töten, um auf diese Weise die erste Tötung als Soldat auszuführen und sich Respekt in der Truppe zu verschaffen.

Campbell sprach sich für eine strafrechtliche Verfolgung der verdächtigen Soldaten wegen Kriegsverbrechen sowie für die Aberkennung bestimmter Auszeichnungen aus, die zwischen 2007 und 2013 an die betroffenen Soldaten verliehen worden waren. „Gesetze wurden gebrochen, Geschichten zurechtgelegt, Lügen erzählt und Gefangene getötet“, rügte Campbell. Der Untersuchungsbericht habe eine „beschämende Bilanz“ enthüllt.