Annalena Baerbock verstreut in Neu Delhi Rosenblätter an einem Denkmal: Hier wurde Mahatma Gandhi, Kopf der indischen Unabhängigkeitsbewegung, 1948 von einem Hindu-Extremisten ermordet.
Annalena Baerbock verstreut in Neu Delhi Rosenblätter an einem Denkmal: Hier wurde Mahatma Gandhi, Kopf der indischen Unabhängigkeitsbewegung, 1948 von einem Hindu-Extremisten ermordet. dpa/Karsten Koall

Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) sucht in Indien einen neuen Partner für Deutschland, um die Abhängigkeit von China im gegenseitigen Handel zu verringern. Außerdem wird ein Mobilitätsabkommen unterzeichnet, das es Indern und Deutschen erleichtern soll, im jeweils anderen Land zu arbeiten, zu studieren und zu forschen.  

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Deutschland wie die USA und andere westliche Länder setzen auf Indien als Gegengewicht gegen das immer aggressiver auftretende China – und als Geschäftspartner mit einem riesigem Marktpotenzial von 1,42 Milliarden Menschen. Schon 2023 werde Indien China als bevölkerungsreichstes Land der Welt ablösen, sagte Baerbock. 

Indien ist ein Markt mit über 1,4 Milliarden Menschen

Das Wachstum auf dem Subkontinent lag laut Weltbank zwischen April 2021 bis März 2022 bei 8,3 Prozent. Wie das weitergehen wird, ist noch unklar, zuletzt kam es in der weltweiten Krise der Tech-Konzerne zu Massenentlassungen. 

Das Umwerben Indiens ist nicht problemlos, die Atommacht verfolgt eigene Interessen. Sie enthielt sich bei UN-Resolutionen gegen Russland wegen des Ukraine-Kriegs, desgleichen bei einer Abstimmung im UN-Menschenrechtsrat gegen die Unterdrückung im Iran. Sanktionen gegen Russland trägt es nicht mit. Das liegt unter anderem daran, dass die indische Armee auf russisches Material angewiesen ist.

Dennoch sagte Baerbock: „Dass Indien bereit ist, sein Gewicht global einzubringen, hat es zuletzt beim G20-Gipfel auf Bali gezeigt. Die klarere Positionierung der G20 gegen den russischen Angriffskrieg in der Ukraine ist letztlich auch Indien zu verdanken.“

Indien leidet unter dem Klimawandel

Schwierig wird es für das größte demokratische Land der Erde auch, Wünschen nach mehr Klimaschutz nachzukommen: Die riesige Bevölkerung hat einen gleichfalls riesigen Energiebedarf. Deshalb werden zwar beispielsweise große Solar-Parks angelegt, gleichzeitig aber Kohlekraftwerke errichtet, von deren Leistung Indien bei der Stromerzeugung abhängt.