Drei Herren, die sprechen, ohne viel zu sagen: Die Generalsektäre Volker Wissing (FDP, l.), Lars Klingbeil (SPD, m.) und Michael Kellner (Grüne, r.). Foto: imago/Mike Schmidt

Die Hinterteile sind breitgesessen, die Münder fusselig: 21 Stunden lang haben die Verhandler von SPD, Grünen und FDP am Donnerstag, Montag und Dienstag schon sondiert, ob sie denn in Koalitionsverhandlungen zur Bildung einer gemeinsamen Bundesregierung eintreten können. Jetzt komme jedoch „die Stunde der Wahrheit“, wie FDP-Generalsekretär Volker Wissing am Dienstagmittag sagte: Das viele Gesagte muss gemeinsam interpretiert und schriftlich ausformuliert werden.

Das muss er am Mittwoch und Donnerstag mit den Kollegen Lars Klingbeil (SPD) und Michael Kellner (Grüne) erledigen, um für die nächste große Runde am Freitag mit den Parteichefs sowie dem SPD-Kanzlerkandidaten Olaf Scholz eine Beratungsgrundlage zu haben: Dann könnte es vielleicht schon am Freitag zum Beschluss führen, den Parteigremien die Aufnahme detaillierter Koalitionsverhandlungen zu empfehlen.

Hoffentlich ist Scholz dann richtig wach, wenn er von einem zweitägigen Finanzministertreffen in den USA zurückgekehrt ist.

Die drei Generalsekretäre weigerten sich nach den Gesprächen am Dienstag beharrlich, auf Details einzugehen. Sie sprachen im CityCube auf dem Berliner Messegelände von Vertrauen, gutem Ton der Gespräche, Brücken bauen, Seriosität und Sachlichkeit, nannten Stichworte wie Digitalisierung, Modernisierung des Staats, Klimaschutz und Europa, dass die Menge der Gemeinsamkeiten wachse, die der Unterschiede schrumpfe. Aber es gab keine „Butter bei die Fische“. 

So kann weiter gerätselt werden, was FDP-Chef Christian Lindner morgens gemeint hatte, als er auf die Frage nach der Stimmung antwortete: „Schwer“. Es bleibt unklar, inwieweit die vor den Gesprächen meilenweit auseinanderliegenden Steuer- und Klimaschutz-Ideen angenähert werden konnten. Nur die Teilnehmer der Verhandlungen wissen, was „schwierige Prozesse“ sein mögen. 

Klingbeil verteilte nur ein wenig Trost fürs Wahlvolk: Bei allem denke man an die Bürger, wolle sie „mitnehmen“ und ihnen „Sicherheit im Wandel“ schaffen. Er verbreitete einen gewissen Optimismus: Alle relevanten Themen seien besprochen worden, „wir haben uns gemeinsam auf den Weg gemacht. Das ist gut gelungen.“ Es gebe aber noch viel Strecke zu bewältigen und die eine oder andere Hürde.