Maske ab, sobald es erlaubt ist? Oder doch lieber nicht? dpa/Cézaro De Luca

Die Maske, die eigentlich Mund-Nasen-Schutz heißt, ist für viele zum größten Corona-Symbol geworden. Und sie könnte uns noch lange erhalten bleiben.

Gerade haben Bund und Länder beschlossen, dass zum 20. März die meisten Corona-Maßnahmen wegfallen sollen. Die Maskenpflicht in Bussen und Bahnen soll aber bleiben. Der Anblick wird also weiter zum Alltag gehören. Laut einer repräsentative Erhebung findet das eine Mehrheit von 59 Prozent richtig.

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Aber: Unsere Nachbarn handeln anders. In Dänemark und der Schweiz ist die Maskenpflicht schon abgeschafft, die Niederlande folgen nächste Woche, Frankreich ab Mitte März. Und bei uns? Da zoffen sich Politiker und Experten. Die einen sind schwer genervt von der Maske, die anderen wollen sie unbedingt behalten. Grüne sind für viel Maske, die SPD nur an wenigen Orten, die FDP will keine Pflicht, CDU und CSU haben keine einheitliche Meinung.

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Bleiben die Masken für immer?

Einer Umfrage des Insa-Instituts für die „Bild am Sonntag“ zufolge will jeder zweite Bundesbürger auch weiter einen Atemschutz tragen, wenn die Maskenpflicht ausgelaufen ist. 52 Prozent gaben an, auch ohne Pflicht an der Maske festhalten zu wollen. 79 Prozent davon wollen die Maske im öffentlichen Nahverkehr tragen, 76 Prozent im Einzelhandel, 66 Prozent im Fernverkehr, 39 Prozent in Kultureinrichtungen, 23 Prozent in der Gastronomie und 22 Prozent bei der Arbeit.

Bleibt die Maske also sogar für immer? „Ich glaube schon, dass uns die Maske erhalten bleibt – aber nur als Empfehlung, nicht als dauerhafte Verpflichtung auf Bevölkerungsebene“, sagt der Virologe Jonas Schmidt-Chanasit (42) der „Bild“.

Dem Bericht zufolge erhält er Unterstützung von Peter Walger (71), dem Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene: „Wir erleben gerade einen gesellschaftlichen Prozess, wie wir ihn schon aus den asiatischen Ländern kennen. Dabei geht es gar nicht um das erzwungene Tragen von Masken, sondern um das freiwillige Umsetzen einer Empfehlung.“

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Die Maskenpflicht wird möglicherweise auch noch in diesem Sommer fallen. dpa/Sina Schuld

Änderung des öffentlichen Verhaltens

Studien haben gezeigt, dass sich die Menschen durch das Tragen der Masken auch mit anderen Erregern weit weniger infiziert haben. Viele waren seit zwei Jahren nicht mehr erkältet, auch Magen-Darm-Erkrankungen waren weit weniger verbreitet. Zudem habe sich die Maske für viele zum selbstverständlichen Teil des Alltags entwickelt.

Deshalb glaubt Hygiene-Arzt Walger an eine „erkennbare Änderung des öffentlichen Verhaltens“. In Zukunft werde es Menschen geben, „die sich der jeweiligen Infektionsgefahr bewusster sind und freiwillig in Bussen und Bahnen, in Supermärkten und überall dort, wo Menschen eng an eng stehen, Maske tragen werden“, so der 71-Jährige zu „Bild“.

Eine Passantin trägt eine FFP2-Maske in der Hand. Die Corona-Maßnahmen sollen stufenweise zurückgefahren werden. Marijan Murat/dpa

Lassen Abwehrkräfte durch Maske nach?

Weit verbreitet ist das Gerücht, dass sich das Tragen der Maske negativ auf die Abwehrkräfte auswirke. Schmidt-Chanasit klärt in „Bild“ auf: „Das ist ein Irrglaube. Es muss sich also niemand sorgen, dass das Immunsystem durch das kurzzeitige Tragen von OP-Masken geschwächt wird.“

Er glaube nicht, dass die Maske langfristig noch verpflichtend getragen wird. „Auch in asiatischen Ländern wie Thailand nicht“, so  Schmidt-Chanasit.

Viele Menschen wollen die Maske weiter tragen. imago/Christian Ohde

In Asien ginge es beim Tragen von Masken vor allem um Rücksicht, „um andere in bestimmten Situationen, zum Beispiel wenn ich selbst erkältet bin, nicht zu infizieren“, so der Virologe.

Debatte um Maskenpflicht an Schulen

Aktuell ist vor allem um die Maskenpflicht in Kitas und Schulen eine Diskussion entbrannt. So setzt sich der Bundesverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) für ein Zurückfahren der Auflagen ein. „Die Maskenpflicht sollte zeitnah überdacht werden“, sagte der Bundessprecher des Verbandes, Jakob Maske, dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“.

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, warnte dagegen davor, die Vorsichtsmaßnahmen an den Schulen zu schnell zurückzufahren.