Deutschland bald ohne Bier? Was für eine Horrorvorstellung.
Deutschland bald ohne Bier? Was für eine Horrorvorstellung. dpa/Matthias Balk

Na, das kann ja heiter werden. Kein Bier auf Hawaii und bald auch anscheinend kein Bier mehr in Deutschland. Wegen des fehlenden Russen-Gases könnte es demnächst ziemlich eng werden mit dem Gerstensaft. Das jedenfalls befürchten die deutschen Brauereien.

Denn quasi alles, was zur Bierherstellung gebraucht wird, hängt irgendwie direkt am Gas. Die Lieferanten produzierten quasi alle auf Grundlage von Gas, sagte Georg Schneider, Chef der bayerischen Privatbrauerei Schneider Weisse und Präsident des Bayerischen Brauerbunds, dem Spiegel. Die Papieretiketten seien viel teurer geworden, genauso die Kronkorken. Beim Malz, das ja getrockneter Weizen oder Gerste ist, kämen zwei Faktoren zusammen: die hohen Getreidepreise UND die Energiekosten.

Aber noch ein weiteres Problem kommt hinzu, und dieses ist nach Meinung des Experten eventuell das viel Größere: „Das größte Problem sehe ich bei den Flaschen“, sagt Chef-Brauer Schneider. Die Glashütten würden mit Gas betrieben. „Ein Ausfall würde die Anlagen zerstören, und ich bezweifle, dass sie hierzulande wiederaufgebaut würden.“

Nicht mehr alle Biersorten überall verfügbar

Schneider sagte dem Spiegel: „Wenn es hart auf hart kommt, könnten wir nicht mehr alle Biersorten produzieren und müssten uns wohl auch auf regionale Kunden oder den Großhandel konzentrieren.“ Seine Brauerei selbst sei in der Produktion nicht auf Gas angewiesen. „Wir erzeugen unsere Energie seit 15 Jahren hauptsächlich mit Hackschnitzeln, also mit Holz. Auch Solarpaneele gehören zu unserem Mix.“

Mit Blick auf die Priorisierung von Brauereien bei der Gasversorgung sagte Schneider: „Wir brauchen uns nichts vorzumachen: So systemrelevant wie Krankenhäuser oder die Grundversorgung mit Lebensmitteln sind wir nicht. Aber auch wir haben eine Relevanz, weil wir für Auszeiten stehen.“ Der Mensch könne nicht 24 Stunden lang im Krisenmodus leben.