Wegen rechtsextremer Drohungen gab Bürgermeister Aarnd Focke aus Estorf in Niedersachsen sein Amt auf. dpa

Bespuckt, geschlagen, bedroht: Knapp zwei Drittel der Bürgermeister in Deutschland (64 Prozent) sind einer Umfrage zufolge in ihrem Amt bereits beleidigt, beschimpft, bedroht oder angegriffen worden, ergab eine Erhebung der Zeitschrift „Kommunal“. Jeder zweite Befragte erklärte, sogar schon mehrfach angegangen worden zu sein. Neun Prozent der Bürgermeister wurden dabei körperlich angegriffen – also etwa bespuckt oder geschlagen.

Laut 69 Prozent der Befragten erfolgen die Angriffe meist bei öffentlichen Veranstaltungen. Experten befürchten, dass Amtsträger wegen des aggressiven Klimas nicht mehr zum Job bereit sein könnten. Zu Recht, denn laut Umfrage will knapp ein Drittel der Bürgermeister und -innen nicht mehr zur Wahl antreten. Angesichts der bundesweiten Welle von Hass und Gewalt gegen Kommunalpolitiker rief Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bei einer Debatte in Zwickau zum Einsatz für die Demokratie auf: „Wir brauchen all die Menschen, die bereit sind, Verantwortung vor Ort zu tragen. Sie sind das Fundament, auf dem das Gebäude der Demokratie ruht.“