Pfizer/Biontech, Moderna und Astrazeneca (v. l.) – nicht alle Corona-Impfstoffe kommen bei den Bundesbürgern gut an. Foto: AFP/Johan Nilsson

Wegen der Skepsis mancher Menschen gegenüber dem Corona-Impfstoff von Astrazeneca schlagen Immunmediziner vor, für dieses Vakzin eine Nachimpfung mit einem anderen Wirkstoff zu garantieren. „Man kann die Immunität, die man mit dem Astrazeneca Impfstoff ausgelöst hat, ohne Probleme mit einem mRNA-Impfstoff später noch einmal verstärken“, sagte der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, Carsten Watzl, der Augsburger Allgemeinen vom Donnerstag.

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„Es wäre ein Leichtes für die Bundesregierung, eine neuerliche Impfung mit einem mRNA-Impfstoff zu garantieren, wenn wissenschaftliche Erkenntnisse vorliegen, dass die Menschen dadurch besser geschützt wären“, führte der Dortmunder Medizinprofessor aus. „Immunologisch ist das kein Problem, weil bisher alle zugelassenen Impfstoffe bei dem sogenannten Spike-Protein des Coronavirus ansetzen.“

Watzl wies zugleich Skepsis gegenüber dem Astrazeneca-Produkt zurück. „Zu sagen, der Astrazeneca Impfstoff, wäre zweitklassig, ist sowohl wissenschaftlich als auch von der öffentlichen Wirkung völlig daneben.“ Das Mittel sei „ein sehr guter Impfstoff, auch wenn die anderen noch ein bisschen besser sind“. Auch die Nebenwirkungen unterschieden sich nur geringfügig.

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„Astrazeneca bietet einen deutlichen Schutz vor einer Corona-Erkrankung, der um ein Vielfaches besser ist, als wenn man nicht geimpft ist“, unterstrich Watzl. „Das heißt, wenn man vor die Wahl gestellt wird, jetzt Astrazeneca oder in ein paar Monaten mit einem anderen Impfstoff, sollte man auf jeden Fall jetzt bei Astrazeneca zugreifen.“