In einem Regionalzug wird das Tragen von Mund-Nasen-Bedeckungen bei den Fahrgästen kontrolliert. Das ist Pflicht, soweit kein Attest vorliegt. Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

Nach dem Bekanntwerden falscher Atteste zu einer Befreiung von der Maskenpflicht appelliert das Bundesinnenministerium an die Einhaltung der Hygiene-Maßnahmen. Es sei unverantwortlich, „mit solchen selbst ausgefüllten Attesten sich davon zu distanzieren und dieser Pflicht nicht nachzukommen“, sagte ein Sprecher in Berlin.

Aus dem Gesundheitsministerium heißt es zu falschen Attesten: „Wenn das nicht medizinisch indiziert ist, dann ist das schlicht nicht zulässig.“ Die Bundespolizeiinspektion Münster hatte am Donnerstag mitgeteilt, dass immer wieder Menschen bei Verstößen Online-Atteste zu einer vermeintlichen Befreiung von der Maskenpflicht vorlegten.

Ein Arzt habe das Blanko-Attest auf seiner Homepage angeboten, Nutzer hätten dazu nur ihren Namen und ihre Adresse eintragen müssen. Dazu stellt die Polizei klar: Mit dem Gebrauch unrichtiger Gesundheitszeugnisse mache man sich strafbar. Hinzu komme eine Anzeige, wenn Mund und Nase nicht bedeckt seien.

Bundesweite Zahlen zu dem Phänomen liegen derzeit nicht vor, so der Sprecher des Innenministeriums: „Im Moment scheint das nur lokal aufgefallen zu sein.“ Da die Internetseite bundesweit abrufbar sei, sei aber nicht auszuschließen, dass es auch außerhalb von Münster zu solchen Missbrauchsfällen komme.