Armin Laschet (CDU, l.) bekam von seinem Nachfolger Hendrik Wüst ein Modell eines Sportwagens geschenkt. dpa/Bernd Thissen

Mit dem miesen Abschneiden bei der Bundestagswahl hat Unions-Kandidat Armin Laschet nicht nur die Aussichten auf die Kanzlerschaft verloren, sondern auch wichtige Ämter: Mit dem Abtritt als CDU-Landesvorsitzender gab es am Samstag in Nordrhein-Westfalen schon den ersten Stabwechsel.

Laschets Nachfolger Hendrik Wüst wurde bei einem Landesparteitag in Bielefeld mit 98,3 Prozent gewählt. Für seine letzte Rede als Landesparteichef, in der Laschet die NRW-CDU zu Geschlossenheit im Landtagswahlkampf im Mai 2022 aufrief, wurde der gescheiterte Kanzlerkandidat der Union rund fünf Minuten lang von den Delegierten des Parteitags mit Applaus gefeiert.

Laschet tritt wohl am Montag als NRW-Landeschef ab

Als Ministerpräsident im bevölkerungsreichsten deutschen Bundesland wird Wüst Laschet voraussichtlich am Mittwoch beerben: Dann wählt der Düsseldorfer Landtag in einer Sondersitzung einen neuen Regierungschef.

Um den Weg für Wüst frei zu machen, wird Laschet nach dpa-Informationen am Montagmorgen beim Landtagspräsidenten seinen Rücktritt als Ministerpräsident einreichen und die Entlassungsurkunde entgegennehmen.

Kaum Chancen auf Jamaika-Koalition

Danach sieht seine Zukunft alles andere als rosig aus: Über die Landesliste seiner Partei wird Laschet am Dienstag als Abgeordneter in den neuen Bundestag einziehen. Schon vor der Bundestagswahl hatte der CDU-Chef angekündigt, auch im Fall eines Scheiterns als Unions-Kanzlerkandidat nach Berlin zu gehen.

Seine letzte Hoffnung, doch noch über eine schwarz-gelb-grüne Jamaika-Koalition ins Kanzleramt einzuziehen, machte nicht zuletzt am Samstag FDP-Generalsekretär Volker Wissing zunichte. Der sieht „keine tragbaren Alternativen“ zu einem Regierungsbündnis mit SPD und Grünen, so Wissing in der Neuen Osnabrücker Zeitung. Ein Scheitern der Koalitionsverhandlungen sei „keine Option“.

Laschet bleibt nun der Posten als Chef der Bundes-CDU – zumindest vorerst noch!