Die Stadt Palma im Norden Mosambiks ist immer wieder Ziel islamistischer Terror-Attacken. Foto: AFP/WFP/Grant Lee Neuenburg

Fast zwei Wochen nach dem Dschihadisten-Angriff auf die Küstenstadt Palma im Norden Mosambiks hat die Armee die Stadt wieder weitgehend unter ihre Kontrolle gebracht. Der Befehlshaber des Einsatzes, Chongo Vidigal, sagte im staatlichen Sender TVM, die Armee habe am Sonntag zuletzt den Flugplatz von Palma „gesäubert“. Er sprach allerdings noch nicht von einer vollständigen Rückeroberung der Stadt. Bei den Kämpfen wurden seinen Angaben zufolge zahlreiche Dschihadisten getötet.

Extremistische Islamisten hatten die 75.000-Einwohner-Stadt am 24. März eingenommen. Dabei töteten sie Dutzende Zivilisten. Mehr als 11.000 Menschen ergriffen nach UN-Angaben die Flucht.

Palma liegt in der mehrheitlich von Muslimen bewohnten Provinz Cabo Delgado. Seit drei Jahren verüben radikalislamische Gruppen dort immer wieder Angriffe, bei denen nach Angaben von Nichtregierungsorganisationen bisher mindestens 2600 Menschen getötet und 670.000 vertrieben wurden. Nach etlichen Militäreinsätzen hatte sich die Lage in den vergangenen Monaten aber beruhigt.

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In unmittelbarer Nähe von Palma bauen unter anderem der französische Ölriese Total und der US-Konzern ExxonMobil eine milliardenschwere Anlage zur Erschließung von Flüssig-Erdgas. Am Tag des Überfalls hatte Total die Wiederaufnahme der Bauarbeiten angekündigt, die aufgrund der unsicheren Lage seit Jahresbeginn geruht hatten. Am Freitag zog Total dann seine letzten Mitarbeiter von der Anlage ab.