Zu Beginn lag der Mindestlohn bei 8,50 Euro, heute liegt er mit 9,35 Euro nicht viel höher. Foto: Imago Images/Ralph Peters

Mit neuen Vorgaben für die Mindestlohn-Kommission will Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) die Lohnuntergrenze in Deutschland auf zwölf Euro steigen lassen. „Ich werde Vorschläge machen, wie wir schneller die Marke von zwölf Euro pro Stunde als Lohnuntergrenze erreichen können“, sagte Heil. Derzeit verdient rund jeder vierte Beschäftigte in Deutschland weniger als zwölf Euro pro Stunde.

Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) mit dem Bericht der Mindestlohnkommission. Er will nun höhere Mindestlöhne, als der Bericht empfiehlt. Foto: Christophe Gateau/dpa

Die Mindestlohnkommission hatte Ende Juni eine Anhebung in vier Stufen bis Mitte 2022 empfohlen – von jetzt 9,35 Euro auf 10,45 Euro pro Stunde. Die Empfehlungen des Gremiums aus Spitzenvertretern von Arbeitgebern und Gewerkschaften werden von der Regierung in der Regel umgesetzt.

Heil kündigte nun an: „Ich werde im Herbst Vorschläge zur Weiterentwicklung des Mindestlohns und zur Stärkung der Tarifbindung machen.“ Zunächst solle der Mindestlohn angehoben werden wie von der Kommission vorgeschlagen. „Aber mir reicht das nicht aus“, stellte der Minister klar.

Seit 2015 stieg der Mindestlohn von 8,50 auf 9,35 Euro. Bis 2022 soll er in vier Stufen auf 10,45 Euro pro Stunde angehoben werden. Grafik: BLZ/Galanty; Quelle: Bundesregierung, dpa

In Ostdeutschland lag der Anteil der Beschäftigungsverhältnisse mit unter zwölf Euro in der Stunde bei 36,7 Prozent. In Westdeutschland einschließlich Berlin betraf dies 24,7 Prozent der Beschäftigten. Der durchschnittliche Bruttostundenverdienst lag deutschlandweit bei 19,37 Euro.