Wie schlimm werden die Auswirkungen des Lockdowns auf den Arbeitsmarkt sein? Foto: Daniel Karmann/dpa

Der Chef der Bundesagentur für Arbeit (BA), Detlef Scheele, blickt vorsichtig optimistisch auf die weitere Entwicklung des Arbeitsmarktes in der Corona-Krise. Die aktuellen Corona-Einschränkungen bedeuteten „einen Dämpfer“ in der Aufwärtsentwicklung am Arbeitsmarkt, die in den vergangenen Monaten stattgefunden habe, sagte Scheele dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Montag). „Einen Einbruch werden wir voraussichtlich nicht erleben“ - wenn es bei den vier Wochen für diese Maßnahmen bleibe, fügte der BA-Chef hinzu.

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Für den ganzen Winter und auch das Frühjahr gelte allerdings, was die Regierungschefs der Bundesländer und die Bundesregierung bereits jetzt täten: „Wir müssen im Kampf gegen das Virus auf Sicht fahren und bei jedem Schritt die wirtschaftlichen und sozialen Folgen mitbedenken“, betonte der BA-Chef.

Problem bleibt der Ausbildungsmarkt

Zur Entwicklung des Arbeitsmarkts im kommenden Jahr sagte Scheele, in Übereinstimmung mit der Bundesregierung gehe er von 100.000 Arbeitslosen weniger im Jahresdurchschnitt und durchschnittlich 700.000 Kurzarbeitern aus.

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An die Unternehmen appellierte der BA-Vorstandsvorsitzende, trotz der Corona-Krise nicht in ihren Ausbildungsanstrengungen nachzulassen. Nach der Pandemie sei der Fachkräftemangel „genauso wieder da wie vorher“ und könne sich zu einer „immer schlimmeren Wachstumsbremse“ entwickeln.

Vor der jüngsten Zuspitzung der Corona-Lage hatte sich der deutsche Arbeitsmarkt im Zuge der üblichen Herbstbelebung weiter gebessert. Die Zahl der Arbeitslosen war laut BA-Angaben im Oktober im Vergleich zum Vormonat um 87.000 auf 2,76 Millionen gesunken, womit die Arbeitslosenquote um 0,2 Punkte auf 6,0 Prozent zurückging.