Für Frieden in der Ukraine

Annalena Baerbock: Ich wünschte mir, dass wir mit Putin verhandeln könnten

Doch derzeit sieht die amtierende Außerministerin keine Grundlage für Friedensverhandlungen.

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Annalena Baerbock wünscht sich Frieden für die Ukraine.
Annalena Baerbock wünscht sich Frieden für die Ukraine.Hendrik Schmidt/dpa

Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) sieht absehbar keine Grundlage für Verhandlungen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin über die Ukraine. „Ich wünschte mir, dass wir verhandeln könnten. Aber derzeit geht es nicht (darum), was man sich wünscht, sondern derzeit geht es darum, der Realität ins Auge zu blicken“, sagte sie auf die Frage, ob man mit Putin verhandeln könne, in einem gemeinsamen Interview mit Ex-Boxweltmeister Wladimir Klitschko für „Bild“, „Welt“ und „Politico“.

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Die Außenministerin verwies darauf, dass in der Zeit vor dem Angriffskrieg versucht worden sei, am Verhandlungstisch eine weiter Eskalation zu verhindern. „Die Antwort darauf war, dass 100.000 Soldaten einmarschiert sind.“

Man versuche jeden Tag, dass mit Russland wieder normal geredet werden könne - dass dieses Land diplomatisch dahin zurückkomme, dass Frieden das Allerwichtigste sei. „Nur das ist leider nicht die Realität. Die Realität ist ein brutaler russischer Angriffskrieg.“

Baerbock: Keine Grundlage für Verhandlungen mit Putin

Die Ukraine müsse den Frieden zurückgewinnen können, sagte Baerbock. „Das funktioniert nur, wenn dieser brutale russische Angriffskrieg beendet wird, wenn die russischen Soldaten die Ukraine verlassen und diese tagtäglichen nächtlichen Angriffe per Drohnen, per Raketen, per Bomben auf die Ukraine aufhören.“

Wladimir Klitschko, ehemaliger Profi-Boxer aus der Ukraine.
Wladimir Klitschko, ehemaliger Profi-Boxer aus der Ukraine.Hendrik Schmidt/dpa

Der ehemalige Box-Weltmeister Wladimir Klitschko hat an die Deutschen appelliert, bei der Unterstützung der Ukraine nicht nachzulassen, auch wenn Russlands Angriffskrieg noch lange andauern sollte. „Wir wissen nicht, wie lange es dauern wird. Bitte unterstützen Sie uns, bitte nicht schwach werden“, sagte Klitschko in dem gemeinsamen Interview mit Baerbock (Grüne).

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Ausdauer spiele in Kampf gegen die russischen Besatzer „die entscheidende Rolle“, sagte Klitschko.

Der Bruder des Kiewer Bürgermeisters Vitali Klitschko widersprach in dem Interview nachdrücklich der von Politikern aus Nato-Staaten geäußerten Auffassung, die Ukraine habe für die Gegenoffensive alles bekommen, was sie benötige: „Das stimmt nicht. Wir haben nicht alles bekommen, was wir brauchen“, sagte Klitschko. Diese Aussagen seien „inakzeptabel“.

Sein Land benötige schnell Kampfjets und Hubschrauber, um sich gegen Kamikazedrohnen und Raketen zu schützen, aber auch an der Front. „Unsere besten Leute - Männer und Frauen - fallen“, sagte Klitschko. Das sei „eine Zeitbombe“. Um schnell agieren und überlegen kämpfen zu können, benötige sein Land moderne Waffen.