Kanzlerin Angela Merkel (CDU) bekam für ihre Rede stehende Ovationen. AFP/Jan Woitas

Lang anhaltender Applaus, Gäste erhoben sich von ihren Stühlen – in ihrer letzten Rede zum Tag der deutschen Einheit als Regierungschefin blickte Angela Merkel beim zentralen Festakt in Halle (Saale) auf 31 Jahre Deutsche Einheit zurück.

Täglicher Kampf um die Demokratie

Sie erinnerte an den „wahrhaftigen Mut“ der Menschen, die sich bei der friedlichen Revolution 1989/1990 Freiheit erkämpften und forderte alle auf, sich jeden Tag erneut für die Demokratie einzusetzen. „Demokratie ist nicht einfach da. Sondern wir müssen immer wieder für sie miteinander arbeiten, jeden Tag.“ Die Kanzlerin erinnerte auch als Bürgerin aus dem Osten daran, dass die Wiedervereinigung für das Leben im Osten weit mehr Veränderungen gebracht habe als im Westen, auch mit deprimierenden Erfahrungen.

Auf Stelen präsentierten sich die Bundesländer auf dem Marktplatz von Halle (Saale) bei der „EinheitsEXPO 2021“ dpa/Peter Endig

Noch immer tiefe Kluft zwischen Ost und West

Und dass selbst 31 Jahre nach der Vereinigung in Ost und West wirtschaftlich wie politisch auseinanderklafft, habe sich zuletzt bei der Bundestagswahl gezeigt, erklärte Sachsen-Anhalts Landeschef Reiner Haseloff (CDU). Er warnte davor, sich in diesen Zeiten gegeneinander ausspielen zu lassen. Auch die beiden Kanzlerschafts-Anwärter Scholz (SPD) und Armin Laschet (CDU) waren zum Festakt nach Halle gereist. Ein Bürgerfest fiel wegen der Corona-Pandemie allerdings erneut aus. Statt traditionellem Feuerwerk schloss eine Drohnen- und Multimedia-Show die Feierlichkeiten ab.

Eine junge Frau betrachtet auf dem Marktplatz in Halle (Saale) ein Foto von einem früheren „Tag der Deutschen Einheit“. dpa/Peter Endig