Die Katholikin Amy Coney Barrett ist als Abtreibungsgegnerin bekannt. Foto: Rachel Malehorn

Sie ist tief religiös, erzkonservativ - und könnte bald US-Verfassungsrichterin werden: Präsident Donald Trump will Medienberichten zufolge am Samstag die Bundesrichterin Amy Coney Barrett für den mächtigen Obersten Gerichtshof nominieren. Die 48-jährige Katholikin soll nach Angaben aus republikanischen Kreisen den durch den Tod der liberalen Richterin Ruth Bader Ginsburg vakant gewordenen Platz im Supreme Court einnehmen, an einer Bestätigung durch den Senat gibt es wenig Zweifel.

Trump würde damit wenige Wochen vor der Präsidentschaftswahl vom 3. November ein klares Signal an seine konservative Basis senden - und dürfte damit wichtige Wählergruppen mobilisieren.

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Denn in konservativen Kreisen und bei der religiösen Rechten wird Barrett teilweise wie eine Heldin verehrt. Die siebenfache Mutter, die unter anderem zwei adoptierte Kinder aus Haiti und einen Sohn mit dem Down-Syndrom hat, ist eine strikte Abtreibungsgegnerin.

Ziel der Justiz-Karriere ist, „das Reich Gottes aufzubauen“

Ihre religiösen Ansichten erregten immer wieder Anstoß. In ihrer Zeit als Jura-Professorin an der renommierten katholischen Privatuniversität Notre Dame sagte sie einmal in einer Vorlesung, eine Justizkarriere sei immer nur ein „Mittel zum Zweck“ - und das Ziel sei, „das Reich Gottes aufzubauen“. Kritiker halten ihr diesen Satz bis heute vor.

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Bei einer Senatsanhörung für ihre Bestätigung als Richterin am Bundesberufungsgericht in Chicago warf ihr die Senatorin Dianne Feinstein von den Demokraten im Jahr 2017 vor: „Das Dogma lebt laut in Ihnen.“ Das stärkte aber nur Barretts Ansehen bei Konservativen, eine Gruppe vertrieb gar Tassen mit dem Konterfei der Juristin und dem Feinstein-Satz. Barrett selbst entgegnete der Senatorin in aller Ruhe, sie könne sehr wohl zwischen ihrem Glauben und ihren Aufgaben als Richterin unterscheiden.

Barrett wuchs in New Orleans im konservativen Süden der USA auf und unterrichtete nach ihrem Studium in Notre Dame 15 Jahre lang an dieser Universität im Bundesstaat Indiana. Eine Zeitlang war sie Mitarbeiterin des 2016 verstorbenen konservativen Verfassungsrichters Antonin Scalia. Von ihm übernahm sie eine konservative Lesart der US-Verfassung.

Zwar wird Barrett für ihre geschliffenen juristischen Argumentationen geschätzt, Erfahrung als Richterin hat sie aber recht wenig. Ihre Berufung an das Bundesberufungsgericht in Chicago 2017 brachte ihr den ersten Richterjob.