83 Prozent der Politiker-Dienstwagen stoßen zu viel CO2 aus. imago/Rene Traut

Die selbst ernannte Klima-Regierung aus SPD, Grünen und FDP fällt beim Dienstwagen-Check der Deutschen Umwelthilfe (DUH) insgesamt klar durch: Von neun Fahrzeugen der Bundesministerinnen und -minister überschreiten sieben den CO2-Flottengrenzwert von 95 g/km auf der Straße deutlich. Eine SPD-Ministerin schneidet beim Check besonders schlecht ab!

Der durchschnittliche CO2-Ausstoß der Bundesministerien liegt mit 208 g/km auf der Straße nach wie vor deutlich oberhalb des EU-Flottengrenzwerts von 95 g/km und hat sich gegenüber 2021 (229 g CO2/km) wenig verändert, kritisiert die Umwelthilfe.

Nur Cem Özdemir und Steffi Lemke bekommen eine Grüne Karte

Als große Vorbilder dagegen bekommen immerhin zwei Regierungsmitglieder eine Grüne Karte: Der grüne Landwirtschaftsminister Cem Özdemir mit seinem Audi e-Tron und Umweltministerin Steffi Lemke (Grüne) mit ihrem Mercedes-Benz EQC. Beide sind nämlich vollelektrisch unterwegs.

Insgesamt aber setzen die meisten der 247 befragten Politikerinnen und Politikern auf Bundes- und Landesebene weiter auf Verbrenner. 83 Prozent der Fahrzeuge überschreiten den EU-Flottengrenzwert für CO2 von 95 g/km im Realbetrieb um mindestens 20 Prozent und erhalten dafür die Rote Karte. Der durchschnittliche reale CO2-Ausstoß aller Dienstwagen liegt bei 219 g/km – mehr als das Doppelte des Grenzwerts.

Dienstwagen der Bauministerin überschreitet Grenzwert ums Dreifache

Bauministerin Klara Geywitz (SPD) belegte mit ihrem Benziner im Ranking der Bundesministerinnen und Bundesminister den letzten Platz. Sie fahre einen BMW 750Li, der 330 Gramm pro Kilometer realen CO2-Ausstoß auf die Straße bringe, erklärte die DUH. Er stoße damit dreimal mehr CO2 aus, als der EU-Flottengrenzwert erlaube.

Die Rote Karte sahen im Test:

Bauministerin Klara Geywitz (SPD)

Svenja Schulze (SPD), Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

Bauministerin Klara Geywitz (SPD) ist das Schlusslicht im Dienstwagen-Ranking. imago/BildFunkMV

Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD)

Familienministerin Lisa Paus (Grüne)

Bildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP)

Verkehrsminister Volker Wissing (FDP)

Justizminister Marco Buschmann (FDP)

Die Wagen von Kanzler Olaf Scholz und einigen besonders gefährdeten Ministern wurden wie bereits in den vergangenen Jahren wegen ihrer schweren Panzerung nicht gewertet.

Schlusslichter im Gesamtranking sind dieses Jahr erneut: Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU), Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) und Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU). Sie haben jeweils einen Audi A8 als Dienstwagen gewählt, der schockierende 488 g/km realen CO2-Ausstoß auf die Straße bringt.