Es wird noch dauern, bis alle, die es wollen, diese Klebchen und Stempel in ihrem Impfbuch haben werden. Foto: imago images/Action Pictures

Die Lieferung von Impfstoffen und das Impfen nehmen offenbar Fahrt auf. Gab es am 27. Dezember, als nur das Vakzin von Biontech/Pfizer am Start war, gut 23.500 Injektionen, waren es laut Robert Koch-Institut am 24. Februar fast 159.000, davon über 48.000 Zweit-Impfungen. Insgesamt hatten damit über 3,6 Millionen Menschen  in Deutschland die erste, 1,9 Millionen die zweite Impfung erhalten, zusammen rund 5,5 Millionen. Bei Astrazeneca gibt es noch keine Zweitimpfungen, weil die dafür vorgesehene Zeit von zwölf Wochen nach dem ersten Piks noch nicht erreicht ist.

Obwohl inzwischen laut RKI statistisch pro Minute 91 Mal eine Spritze gesetzt wird, gibt es Bedenken, ob bis Ende des Sommers allen, die geimpft werden wollen, ein „Impfangebot“ gemacht werden kann. Das hatte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in Aussicht gestellt.

Vizekanzler Olaf Scholz (SPD), der von 60 Millionen Geimpften als Ziel ausgeht, erklärte das zu einem „organisatorischen und logistischen Mega-Projekt“ und meint, die bisherigen Kapazitäten reichten dafür nicht aus. Scholz sagte der Rheinischen Post, es müsse „klug vorbereitet“ sein, wenn man Betriebs- und Hausärzte in die Impfkampagne einbeziehen wolle. 

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Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer mahnte ebenfalls: „Das Ziel eines Impfangebots für alle Bürgerinnen und Bürger bis Ende September lässt sich nur dann erreichen, wenn wir möglichst bald mit Massenimpfungen in den Arztpraxen beginnen. “

Trotz alledem prophezeite Scholz, „dass wir im Sommer wieder im Biergarten sitzen können und die nächste Bundesliga-Saison auch wieder im Stadion verfolgen werden“.

Noch offen, wann Hausärzte gegen Corona impfen

Wann das Impfen durch niedergelassene Ärzte möglich ist, steht noch in den Sternen. Spahn hatte gesagt, dass das erst möglich sein wird, wenn pro Woche drei bis fünf Millionen Impfdosen geliefert werden können. Für Ende Februar/Anfang März sind von Biontech/Pfizer, Astrazeneca und Moderna etwa 2,5 Millionen Dosen angekündigt, bis Ende des ersten Quartals insgesamt 19 Millionen, was für 9,5 Millionen Komplettimpfungen reicht. Biontech/Pfizer wollen im April ihre Produktionskapazität erweitern, außerdem steht die Zulassung eines Ein-Spritzen-Vakzins von Janssen/Johnson&Johnson bevor.

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In verschiedenen Bundesländern bereitet man sich bereits auf Impfungen durch Hausärzte vor, Berlin erwartet, spätestens im April damit beginnen zu können. Brandenburg will in einem Modellversuch bis zu 50 Hausarztpraxen einbinden. Angesichts wachsender Lieferungen plant beispielsweise Bayern, die Zahl täglicher Impfungen auf 111.000 mehr als zu verdoppeln. Andere Bundesländer gehen von ähnlichen Zuwächsen aus. 

Dass das Impfen dringlich ist, zeigen die neuesten Ansteckungszahlen: Sie sind gestiegen. Das Robert Koch-Institut meldete knapp 12.000 Neu-Infektionen binnen eines Tages, fast 1700 mehr als vor einer Woche. Auch die 7-Tage-Inzidenz stieg - binnen eines Tages von 59,3 Ansteckungen pro 100.000 Einwohner auf 61,7. Der durch das Corona-Virus verursachten Covid-19-Erkrankungen erlagen 385 Menschen in 24 Stunden. Vor einer Woche waren es 534. Insgesamt sind es jetzt 69.125.