Auch wenn die Maskenpflicht fällt, empfehlen viele Handelsketten weiterhin, Masken zu tragen. dpa

Mehrere große Handelsketten hatten schon vorgelegt, nun ziehen zwei Lebensmittel-Riesen nach: Die Maske fällt beim Einkauf in Filialen des Lebensmittel-Discounters Aldi sowie für Edeka-Kunden.

Ab Montag muss beim Einkauf in Filialen von Edeka keine Maske mehr getragen werden. Während sich andere Lebensmittel- und Drogerieketten hinsichtlich einer Maskenpflicht ab kommender Woche noch bedeckt halten, positionieren sich einige Händler bereits eindeutig.

Edeka will Masken im Supermarkt nicht mehr kontrollieren

Edeka windet sich in einer Mitteilung, den Wegfall der Maskenpflicht geradeheraus zu bestätigen. Stattdessen heißt es, man wolle die Maskenpflicht ab kommender Woche nicht grundsätzlich aufrechterhalten. „Da fehlen uns die Möglichkeiten der Kontrollen.“

Das Unternehmen empfehle zwar weiterhin beim Besuch der Supermärkte das freiwillige Tragen einer medizinischen Maske, um Kunden und Mitarbeiter zu schützen. „Leider hat der Gesetzgeber mit der Novelle des Infektionsschutzgesetzes entschieden, dass die Pflicht zum Tragen von Masken nur noch in Ausnahmefällen und in besonderen Hotspots angeordnet werden kann“, kritisierte Edeka. „Man kann daher nun nicht erwarten, dass wir mithilfe des Hausrechts weiterhin eine Maskenpflicht durchsetzen.“

Aldi windet sich, bestätigt aber indirekt Wegfall der Maskenpflicht

Von Aldi Nord hieß es am Morgen zunächst, man wolle erst die konkrete Ausgestaltung der Länderverordnungen abwarten. Aldi Süd hingegen legte sich gegenüber dem Focus fest, dass beim Einkauf grundsätzlich wohl keine Maske getragen werden müsse, außer möglicherweise in Bundesländern, die ab dem 2. April als Hotspot-Regionen gelten. Der Berliner Senat hatte sich festgelegt, dass man von dieser Möglichkeit keinen Gebrauch machen wolle, allerdings hatten Teile der Grünen am Mittwoch das Gegenteil gefordert.

Angesichts der unübersichtlichen Situation in den einzelnen Bundesländern scheuen viele Handelsketten noch, sich eindeutig festzulegen. So relativiert Aldi Süd, es gelte abzuwarten, „wie anschließend die konkrete Ausgestaltung der Corona-Schutzverordnungen der Bundesländer aussehen wird“. Auch wenn keine Maske vorgeschrieben sei, behalte man sich vor, deren freiwillige Nutzung zu empfehlen. Ähnlich zurückhaltend heißt es beim Aldi-Konkurrenten Lidl, man wolle die Entwicklungen in den einzelnen Bundesländern beobachten und „bei entsprechender Verordnung die geforderten Maßnahmen realisieren“.

Diese Handelsketten haben das Ende der Maskenpflicht bereits besiegelt

Auch der Möbelhändler Ikea und die Bekleidungskette Ernsting’s family wollen ab Montag die Maskenpflicht aufheben, empfehlen aber ihren Besuchern, weiterhin den Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Bei der Kaufhauskette Woolworth und der Buchhandelskette Thalia müssen Kunden ab kommender Woche auch nicht mehr grundsätzlich Maske tragen. Die Lebensmittelketten Lidl und Rewe hatten sich am Mittwoch zur Frage, wie es nächste Woche bei ihnen konkret weitergeht, zunächst noch bedeckt gehalten.

Nach dem geänderten Infektionsschutzgesetz sind den Ländern ab diesem Sonntag nur noch wenige Alltagsvorgaben zu Masken etwa in Kliniken und Pflegeheimen möglich. Weitergehende Auflagen auch mit Maskenpflichten im Handel können sie in regionalen Hotspots verhängen, wenn das Landesparlament für diese eine drohende kritische Corona-Lage feststellt. Vorerst sind solche Hotspots aber nur in Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg vorgesehen.