Die Klimaaktivistin Aimee van Baalen verteidigte die Proteste der Letzten Generation auf der EKD-Synode in Magdeburg.
Die Klimaaktivistin Aimee van Baalen verteidigte die Proteste der Letzten Generation auf der EKD-Synode in Magdeburg. Imago/Heike Lyding

Für viele Bürger mag es wie Hohn klingen, doch die Klimaaktivistin Aimée van Baalen hat die umstrittenen Proteste der Bewegung „Letzte Generation“ verteidigt. Menschen setzten ihre körperliche Unversehrtheit, ihre berufliche und familiäre Zukunft sowie ihren Alltag aufs Spiel.

Das sei nötig, „weil alle anderen Protestformen erschöpft wurden“, sagte die Vertreterin der Bewegung, die mit Straßenblockaden und Lebensmittelattacken auf Kunstwerke für Kritik sorgt, am Dienstag in Magdeburg. Man greife zu diesen Protestformen, weil warnende Stimmen weiterhin ignoriert würden und „weil wir Zuversicht und Nächstenliebe im Herzen tragen“.

Baalen sprach in Magdeburg vor der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), die die Aktivistin für die Debatte über Klimaschutz eingeladen hatte. Rund 15 Minuten bekam die Aktivistin das Podium, um ihre Beweggründe und Forderungen vorzutragen. Ein größerer Teil der Delegierten des Kirchenparlaments antwortete ihr danach mit stehendem Applaus.

Applaus für Klimaaktivistin auf Kirchensynode

Die Vertreterin der „Letzten Generation“ rief die evangelische Kirche auf, ihre Bewegung und deren Ziele zu unterstützen. „Wir brauchen die evangelische Kirche auf unserer Seite“, sagte Baalen. Sie habe die Möglichkeit, ihre Stimme für die besonders durch den Klimawandel bedrohten Menschen im globalen Süden zu erheben.

Die Kirche müsse zudem darauf bestehen, dass die Bundesregierung ihre eigenen Klimaziele einhalte. Die Regierung rede viel, „leider handelt sie nicht entsprechend“, fügte Baalen hinzu.

Die "Letzte Generation" stand in den vergangenen Wochen vermehrt in der Kritik. So hatten sich Aktivisten an einem 110 Millionen Euro teuren Gemälde von Claude Monet im Museum Barberini festgeklebt. Vergangene Woche erregten sich Bürger, weil ein Fahrzeug mit Rettungsgerät während einer Straßenblockade in Berlin im Stau stand. Zwar ist unklar, ob das Gerät die Frau hätte retten können. Dennoch rief die Blockade der Gruppe im Zusammenhang mit dem Tod der Radfahrerin heftige Reaktionen hervor.