Der junge Mann rechts vermittelt als afghanische „Ortskraft“ zwischen Bundeswehrsoldaten und einem Einheimischen. Foto: Bundeswehr/Kazda

Die Bundeswehr hat begonnen, ihre noch gut 1000 Mann aus Afghanistan abzuziehen, Mitte August sollen alle weg sein. Zurück bleiben zunächst rund 300 Afghanen, die der Truppe in den vergangenen Jahren als „Ortskräfte“ unter anderem als Dolmetscher, Wachleute oder Handwerker gedient hatten. Sie geraten in Lebensgefahr, falls die islamistischen Taliban sie in die Hände bekommen. Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) will ihnen deshalb anbieten, sie mit ihren Familien nach Deutschland zu holen.

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Seit 2013 waren nach Angaben des Verteidigungsministeriums 781 „Ortskräfte“ nach Deutschland geholt worden. Das war jedoch immer ein bürokratischer Gewaltmarsch zwischen Innen-, Außen- und Verteidigungsministerium, und in der Regel mussten die Afghanen nachweisen, dass sie gefährdet sind. Das will Kramp-Karrenbauer nicht mehr: „Wir reden hier von Menschen, die zum Teil über Jahre hinweg auch unter Gefährdung ihrer eigenen Sicherheit an unserer Seite gearbeitet, auch mitgekämpft haben und ihren persönlichen Beitrag geleistet haben.“

In der Hauptstadt Kabul und in Masar-i-Sharif im Norden sollen Büros eingerichtet werden, über die die Ausreise der afghanischen Helfer nach Deutschland abgewickelt wird.