Das AfD-Spitzenduo Alice Weidel und Tino Chrupalla dpa/Sebastian Kahnert

Keine Partei spaltet buchstäblich die Republik so deutlich wie die AfD: Während es bundesweit für die Rechtspartei mit nur noch 10,3 Prozent (2017: 12,6 Prozent) bergab ging, schaffte sie es in Sachsen und Thüringen auf Platz eins mit rund einem Viertel der Stimmen. In Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern erreichte die AfD Platz zwei.

AfD bleibt dauerhaft im Osten stark

„Wir sind hier im Osten klar Volkspartei geblieben“, feierte Martin Reichardt, AfD-Chef in Sachsen-Anhalt,  das Ergebnis. Die AfD könne nicht als bloße Protestpartei abgetan werden, denn ihr würden auf vielen Feldern Kompetenzen zugeschrieben.

Das sehen Experten ganz ähnlich. Der Dresdner Politikwissenschaftler Hans Vorländer hatte schon vor der Wahl vorausgesagt, die Stärke der AfD in Ostdeutschland werde von Dauer sein. „Die AfD hat sich auch organisatorisch in einzelnen Milieus und Gruppen festgesetzt, auch in Betrieben“, sagte der Professor der TU Dresden.

Rechtsaußen-Flügel um Björn Höcke gestärkt

In dem seit Jahren währenden Richtungsstreit der AfD dürfte sich der Rechtsaußen-Flügel um den Thüringer AfD-Landeschef Björn Höcke gestärkt fühlen. Denn der argumentiert seit langem, der Zuspruch im Osten sei ein Beleg dafür, dass die AfD mit noch größerer Abgrenzung zu anderen Parteien bessere Ergebnisse erzielen könne.

Das gemäßigte Lager um Parteichef Jörg Meuthen hält dagegen, im Westen sei damit nichts zu gewinnen. Ein Erfolgsrezept für die westlichen Bundesländer hat aber auch er offenbar nicht parat. Im parteiinternen Gerangel sitzt Meuthen nicht mehr fest im Sattel.

Höcke dagegen steckt sich bereits neue Ziele. Nach dem Wahlsieg bei der Bundestagswahl in Thüringen soll die AfD auch bei der nächsten Landtagswahl stärkste Kraft werden.