Ein Mädchen (12) wird in einer Kölner Hausarztpraxis gegen Corona geimpft. dpa/Oliver Berg

An der Entscheidung der Gesundheitsminister von Bund und Ländern, auch 12- bis 17-Jährigen eine Corona-Schutzimpfung anzubieten, gibt es weiter Kritik. Allerdings steht der Deutsche Hausärzteverband damit relativ alleine da. Dessen Präsident Ulrich Weigelt sagte dem RND, mit dem Beschluss werde die Kompetenz der Ständigen Impfkommission Stiko missachtet.

Sie hat für die Altersgruppe keine Impfempfehlung ausgesprochen, es sei denn, schlechter Gesundheitszustand  verlange die Immunisierung. 

Der Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte, Thomas Fischbach, wünschte sich gegenüber der Rheinischen Post dagegen eine rasche Neubewertung der Stiko-Position. „Bereits heute dürfen Ärzte entsprechend der aktuell gültigen Stiko-Empfehlung nach intensiver Aufklärung Kinder und Jugendliche  impfen. Das Risiko von Nebenwirkungen ist extrem gering, das zeigen alle Daten aus anderen Ländern.“ Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) erklärte, es seien bereits 900.000 der 12- bis 17-Jährigen geimpft, etwa ein Fünftel der Altersgruppe.

Stiko-Chef Thomas Mertens erklärte im Spiegel, er hoffe, dass sein Gremium in den nächsten zehn Tagen eine Neubewertung liefern könne. Bislang hatte man auf mehr Daten aus dem Ausland gewartet.

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz begrüßte derweil, dass Risikogruppen wie zum Beispiel Pflegeheimbewohner von September an eine Auffrischungs-Impfung bekommen sollen.