Papst Franziskus hält das Requiem auf dem Petersplatz.
Papst Franziskus hält das Requiem auf dem Petersplatz. dpa/Michael Kappeler

„Benedikt, du treuer Freund des Bräutigams, möge deine Freude vollkommen sein, wenn du seine Stimme endgültig und für immer hörst!“, gab Papst Franziskus seinem Vorgänger Benedikt XVI. mit. In der katholischen Kirche ist oftmals von Jesus als Bräutigam die Rede.

Delegation aus Benedikts Heimat Bayern nahm teil

Rund 50.000 Gläubige hatten sich auf dem zunächst nebelverhangenen Petersplatz in Rom versammelt, um dem verstorbenen emeritierten Papst die letzte Ehre zu erweisen. Auch eine große Abordnung aus seiner bayerischen Heimat feierte die Messe weit vorn auf dem Petersplatz mit. Dazu gehörten Gebirgsschützen, Trachtler, eine Blaskapelle und die freiwillige Feuerwehr aus Pentling bei Regensburg, wo Joseph Ratzinger eigentlich seinen Lebensabend hatte verbringen wollen.

Eine Frau hält ein Bild des verstorbenen emeritierten Papstes Benedikt XVI. in Händen.
Eine Frau hält ein Bild des verstorbenen emeritierten Papstes Benedikt XVI. in Händen. dpa/LaPresse via ZUMA Press

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD), Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und andere deutsche Spitzenpolitiker waren ebenfalls angereist.

Das Requiem für einen ehemaligen Papst war für die katholische Kirche Neuland. Nie hat ein amtierender Papst seinen eigenen Vorgänger zu Grabe getragen. Benedikt war von 2005 bis zu seinem freiwilligen Rücktritt 2013 Oberhaupt der katholischen Kirche. Er gilt als erster Papst der Neuzeit, der aus Altersgründen zurücktrat.

50.000 Gläubige hatten sich auf dem Petersplatz versammelt, um sich von Benedikt zu verabschieden.
50.000 Gläubige hatten sich auf dem Petersplatz versammelt, um sich von Benedikt zu verabschieden. dpa/Michael Kappeler

Sein Nachfolger Franziskus wurde wegen seines Knieleidens im Rollstuhl auf den Platz gefahren, um die Totenmesse zu halten. Der Pontifex betete in seiner Predigt für den Seelenfrieden Benedikts, erwähnte ihn jedoch nur einmal namentlich. Er sagte, die Gläubigen versammelten sich in Dankbarkeit und Hoffnung, um dem Verstorbenen „noch einmal die Liebe zu erweisen, die nicht vergeht“, man tue dies mit „demselben Feingefühl und der derselben Hingabe“, die der Tote den Menschen geschenkt habe.

Papst verneigt sich vor dem Sarg seines Vorgängers

Bevor Benedikts sterblichen Überreste nach dem Requiem in den Petersdom gebracht wurden, machte Franziskus, auf eine Gehilfe gestützt, mit der Hand das Zeichen des Kreuzes vor dem einfachen Holzsarg, berührte ihn zum Abschied noch einmal und verneigte sich. In der Gruft wurde Benedikt in seiner letzten Ruhestätte beigesetzt, seinem Wunsch gemäß in der ersten Grabstätte von Papst Johannes Paul II. Von diesem Teil der Trauerfeierlichkeiten war die Öffentlichkeit ausgeschlossen.

Papst Franziskus berührt Benedikts Sarg, bevor er zur Beisetzung in den Petersdom gebracht wird.
Papst Franziskus berührt Benedikts Sarg, bevor er zur Beisetzung in den Petersdom gebracht wird. dpa/Vatican Media/AP

Zu den Grabbeigaben gehören neben Münzen und Medaillen aus Benedikts Pontifikat auch ein Text über sein Leben und seinen Werdegang. Der emeritierte Papst habe Gott und den Glauben in den Mittelpunkt seiner Amtszeit gestellt, heißt es darin.

Auch seine Bemühungen im Kampf gegen Missbrauch in der Kirche werden erwähnt. Allerdings hatte Benedikt als Papst nichts an den Strukturen geändert, die den Missbrauch in der katholischen Kirche begünstigten.