Auf einer Anzeigetafel im Flughafen Düsseldorf steht der Hinweis „Schützen Sie sich und andere. Bitte tragen Sie einen Mund- und Nasen-Schutz“ dpa/Fabian Strauch

Nach mehr als zwei Jahren Pandemie atmen viele Leute auf: Die letzten Corona-Regeln stehen auf dem Prüfstand. FDP-Bundesverkehrsminister Volker Wissing hatte angekündigt, es bestehe in Deutschland „dringender Anpassungsbedarf“ nach einem Beschluss der EU, die Maskenpflicht weiter einzuschränken. Wegfallen soll demnach die Pflicht, in Bussen, Bahnen und Flugzeugen weiterhin Corona-Masken zu tragen.

Spanien setzt EU-Regelung zur Maskenpflicht nicht um

Die entsprechende EU-weite Regel tritt am Montag in Kraft, allerdings sorgt sie für reichlich Verwirrung. Gemäß des Beschlusses der EU-Behörden muss das Tragen einer Maske im Flugzeug und in Flughäfen keine Pflicht mehr sein, sie wird aber weiter empfohlen.

Folglich interpretieren mehrere EU-Länder die Regel völlig entgegengesetzt. Das hat beispielsweise zur Folge, dass Passagiere in einem Flug nach Mallorca eine Maske tragen müssen. Laut Mallorca-Zeitung bestehen Spaniens Behörden weiterhin auf die Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln einschließlich Flugzeugen.

Hickhack um Maskenpflicht in Deutschland: Bundesgesundheitsminister Lauterbach will sie nicht abschaffen

In Deutschland wiederum kündigt sich ein Hickhack zwischen Bundesgesundheitsministerium und Wissings Bundesverkehrsministerium an: Denn Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) will die Maskenpflicht vorerst auf allen Flügen beibehalten, die in Deutschland starten oder landen. Zunächst hatte es geheißen, dass sich diese Regel auf Inhaltsflüge beschränke, aber nun ist davon auszugehen, dass dies für alle Flüge gilt. In Deutschlands Nachbarländern wird die EU-Regel wiederum genau gegenteilig ausgelegt: Frankreich schafft den Maskenzwang ebenso ab wie Holland. Andere Länder wie die Schweiz und Polen haben die Maskenpflicht bereits streng auf medizinische Einrichtungen beschränkt.

In Österreich entfallen überdies am Montag alle Corona-bedingten Einreiserestriktionen. Zur Freude der wichtigen Tourismusbranche in der Alpenrepublik ist dann ein 3G-Nachweis über eine Corona-Impfung, eine überstandene Covid-19-Erkrankung oder einen negativen Corona-Test für die Einreise nicht mehr notwendig. Sollte eine neue Virusvariante auftauchen, können nach Angaben der Regierung in Wien aber rasch wieder Test-, Registrierungs- und Quarantänepflichten für bestimmte Länder verhängt werden.