Gran Canaria: Mitarbeiter des Roten Kreuzes in Schutzkleidung helfen den Neuankömmlingen. Foto:  dpa/Europa Press

Las Palmas - Auf den zu Spanien gehörenden Kanarischen Inseln vor der Westküste Afrikas sind am Freitag mehr als 700 Migranten in 22 Booten angekommen. Die meisten seien in Cayucos, kleinen offenen Fischerbooten, von Afrika aus auf dem Atlantik unterwegs gewesen und von der Seenotrettung in den Küstengewässern der Kanaren entdeckt und an Land gebracht worden, berichtet die Zeitung „La Provincia“.

In Teneriffa seien 423 Menschen in vier überfüllten Booten angekommen, 199 Menschen in zwölf Booten auf Gran Canaria, 73 Menschen in fünf Booten auf Lanzarote und sechs Menschen in einem Boot auf Fuerteventura. Insgesamt war das die höchste Tageszahl seit der Migrationskrise 2006, als insgesamt rund 31.000 Bootsflüchtlinge die Inselgruppe erreichten, wie das staatliche spanische Fernsehen RTVE berichtete. In diesem Jahr sind die Zahlen wieder stark angestiegen. Seit Januar seien rund 7500 Migranten auf den Inseln angekommen, berichtete RTVE. Im vergangenen Jahr waren es etwa 2700.

Die Kanaren liegen nur etwa 100 Kilometer vor der Küste Westafrikas. Allerdings ist der Atlantik für die kleinen und meist nur mit Außenbordmotoren angetriebenen Boote sehr gefährlich. Wer die Inseln verfehlt, hat vor sich westwärts bis nach Kuba etwa 6500 Kilometer Wasser. Über die Zahl der Toten gibt es nur Schätzungen. Sie dürfte über die Jahre in die Tausende gehen.