Angela Merkel ist seit 22. November 2005 Kanzlerin. imago/APress

Eine ungewöhnlich lange Kanzlerschaft neigt sich dem Ende zu. Am 22. November 2005 wählte der Bundestag Angela Merkel (CDU) zur ersten Bundeskanzlerin. Hier die wichtigsten Zahlen zu ihrer Regierungszeit:

Am Tag der Bundestagswahl ist Merkel 5787 Tage im Amt

5787: So viele Tage wird Merkel am Tag der Bundestagswahl nach vier Amtszeiten Kanzlerin gewesen sein. Damit rückt Merkel an den Rekord des Langzeitkanzlers Helmut Kohl heran, der insgesamt 5870 Tage lang Regierungschef war – 16 Jahre und vier Wochen. Sollte sich die Regierungsbildung nach der Wahl lange hinziehen, hätte Merkel durchaus eine Chance, Kohls Rekord zu toppen: Wenn sie am 18. Dezember noch Kanzlerin ist, hat sie ihn eingeholt.

4.697.745: So viel Euro hat Angela Merkel seit Amtsantritt als Kanzlerin-Gehalt und Abgeordneten-Diäten bezogen.

19: Während ihrer Amtszeit hat Merkel in ihrem Kabinett insgesamt 19 Minister und Ministerinnen ausgewechselt.

Zehn SPD-Vorsitzende während Merkels Amtszeit

10: Die lange Dauer von Merkels Amtszeit lässt sich auch an der Zahl der SPD-Vorsitzenden ablesen, mit denen sie als Bundeskanzlerin zu tun hatte. Zehn Namen sind zu nennen: Platzeck, Beck, Müntefering, Gabriel, Nahles – dann das Interimschef-Trio Dreyer/Schwesig/Schäfer-Gümbel und aktuell die Doppelspitze aus Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans. In zwölf ihrer 16 Kanzlerinnen-Jahre regierte Merkel mit der SPD als Juniorpartner.

Am 22. November 2005 wurde Angela Merkel als Bundeskanzlerin vereidigt. imago/photothek

Millionen Kilometer weit auf Dienstreisen

648: Zwischen dem Kanzleramt in Berlin und dem EU-Ratsgebäude in Brüssel liegen 648 Kilometer Luftlinie. Keine andere Flugstrecke hat Merkel öfter zurückgelegt – mehr als hundert Mal ist sie zu EU-Terminen angereist. Als Kanzlerin auf Dienstreise legte sie Millionen von Kilometern zurück: In den USA war sie 23-mal, in Russland 20-mal, in China 13-mal. Insgesamt hat sie 766 Tage auf Auslandreisen verbracht.

Ihre Reisen führten sie auch in Länder, in denen nie zuvor ein Bundeskanzler zu Gast war – etwa Kolumbien, Mali, Niger, Angola und Grönland.

69 Stunden Redezeit im Bundestag

69: In 16 Jahren Regierungszeit hat Angela Merkel zusammen gerechnet 69 Stunden im Bundestag gesprochen.

24: So viele Gesetze hat Merkel namentlich abgelehnt.

1: Merkels Erkennungszeichen ist die Raute, was ihr sogar ihr eigenes Emoji einbrachte: die Merkel-Raute wird durch ein Kleiner-als- und ein Größer-als-Zeichen gebildet (<>).

Vier US-Präsidenten von Bush bis Biden

4: Von George W. Bush bis Joe Biden: Mit vier US-Präsidenten musste Merkel zurechtkommen. Das klappte mal besser – etwa mit dem intellektuellen Barack Obama – und mal schlechter, so etwa mit dem Populisten Donald Trump. Seit ihrer Wahl zur Kanzlerin hatte Merkel zudem mit vier französischen Präsidenten zu tun und mit neun italienischen Ministerpräsidenten. An politischer Langlebigkeit wird sie nur von Kreml-Chef Wladimir Putin übertroffen, der seit 21 Jahren an der Macht ist.

Merkel erlebte langwierigste Regierungsbildung in Deutschland

171: Es war die langwierigste Regierungsbildung in der Geschichte der Bundesrepublik: 171 Tage vergingen zwischen der Bundestagswahl 2017 und der vierten Wahl Merkels zur Bundeskanzlerin im Bundestag im März 2018. Merkel hatte zunächst ausführlich mit Grünen und FDP über die Bildung einer Jamaika-Koalition verhandelt. Nachdem die FDP die Gespräche platzen ließ, brachte Merkel in zähen Gesprächen eine Neuauflage der Koalition mit der SPD auf den Weg.

Merkel gewann ihren Wahlkreis seit 1990 achtmal in Folge

41,5: Das Ergebnis der Bundestagswahl von 2013 markierte den Höhepunkt von Merkels Zugkraft: Die Union erreichte 41,5 Prozent – ihr bestes Ergebnis unter Merkel. Am schlechtesten schnitt die Merkel-Union bei der Wahl 2017 ab, als sie auf 32,9 Prozent kam. Ihren bisherigen Tiefststand verzeichneten CDU/CSU bei der allerersten Bundestagswahl 1949 mit 31,0 Prozent. Merkel selbst hat ihren Wahlkreis Vorpommern-Rügen seit 1990 achtmal in Folge klar gewonnen.

Merkel wohnte in Privatwohnung statt im Kanzleramt

6: So lautet die Hausnummer von Merkels Privatwohnung in einer Straße in Berlin-Mitte. Nach ihrer Wahl zur Kanzlerin 2005 verzichtete sie darauf, mit ihrem Mann Joachim Sauer in die Dienstwohnung im achten Stock der Kanzleramts zu ziehen. Das Ehepaar blieb in seiner Wohnung in einem schön restaurierten Gründerzeithaus mit Blick auf die Museumsinsel. „Ich fahre jeden Tag von meiner Wohnung in Berlin-Mitte zur Arbeit“, sagte Merkel 2005. „Das habe ich bis jetzt so gemacht, und das werde ich auch weiterhin so tun.“