Erntehelfer auf einem Gurkenflieger - auch auf dem betroffenen Bauernhof in Bayern werden Gurken angebaut. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/ZB

Wie ein unsichtbarer Feind verbreitet sich das Coronavirus in Deutschland, mehr als 205.000 Menschen haben sich inzwischen angesteckt. Stehen wir gerade am Beginn der zweiten Infektionswelle? Droht sogar ein neuer Lockdown?

Der Bauernhof in Mamming: Keiner der fast 500 Mitarbeiter darf das Betriebsgelände verlassen. Ein Sicherheitsdienst kontrolliert das Ausgangsverbot. Foto: Armin Weigel/dpa

Oder sind wir inmitten einer bleibenden Welle, die auf- und abschwillt? Immer wieder flackern Infektions-Glutnester auf, die entweder erlöschen oder zu einem Flächenbrand zusammenwachsen können.

Mehr als 170 positive Tests bei Erntehelfern in Bayern und mindestens 44 Infektionen in Tourismusbetrieben in Österreich zeigen, wie groß diese Gefahr ist. Nach einer Corona-Masseninfektion stehen auf einem großen Bauernhof im niederbayerischen Mamming fast 500 Menschen unter Quarantäne und dürfen den Betrieb, in dem hauptsächlich Gurken angebaut werden, nicht mehr verlassen. Nach dem Bekanntwerden von sieben Corona-Fällen waren Reihentests angeordnet worden. Dabei stellte sich heraus, dass weitere 167 Erntehelfer infiziert sind.

Landrat Werner Bumeder (CSU) bat die Bevölkerung, Ruhe zu bewahren und erklärte: „Nach unseren Informationen handelt es sich um einen in sich geschlossenen Personenkreis.“ Laut Bumeder sei auf dem Hof das Hygienekonzept nicht ordnungsgemäß durchgeführt worden, wie etwa die vorgeschriebenen Trennungen der Erntehelfer-Gruppen von 25 Personen. Da sich die Infektionsketten innerhalb des Betriebs nicht mehr nachvollziehen ließen, sei es zu einer kompletten Quarantäne des Hofs gekommen. Die Saisonarbeiter stammen aus Ungarn, Rumänien, Bulgarien und der Ukraine.

In St. Wolfgang am Wolfgangsee verbreitete sich das Coronavirus in mehreren Hotels und Lokalen. Foto: Imago Images/Westend61

Doch nicht nur Großbetriebe bergen das ständige Risiko eines Massenausbruchs. So warten Virologen auch mit Bangen auf das Ferienende. In vielen Urlaubsländern ist die Corona-Entwicklung dramatisch.  Jetzt mussten Behörden mit Hunderten von Tests auch auf einen Ausbruch im beliebten oberösterreichischen Touristenort St. Wolfgang reagieren. Die Zahl der bestätigten Fälle stieg auf 44 an, doch die Auswertung ging am Sonntag weiter. Viele der Infizierten junge Praktikanten in Tourismusbetrieben, doch auch ein Feriengast wurde positiv getestet.

Droht ein zweiter Massenausbruch wie in Ischgl?

Der Ausbruch weckt böse Erinnerungen an den österreichischen Ski- und Partyort Ischgl, der zu Beginn der Pandemie ein Zentrum der Corona-Ausbreitung in ganz Europa war.

Um zu verhindern, dass Urlauber das Virus einschleppen, können sich nun alle Auslands-Touristen nach ihrer Rückkehr kostenlos auf das Virus testen lassen. Es auszumerzen, schafft jedoch nur ein Impfstoff. Wenn dieser gefunden sei, „wird jeder Deutsche, der es will, auch geimpft werden können“, versprach jetzt Forschungsministerin Anja Karliczek (CDU) in „BamS“. Engpässe bei der Bereitstellung des Mittels, befürchtet die Bundesregierung indes nicht. Karliczek: „Wir sind dabei, die Produktionskapazitäten zu erhöhen. Das werden wir schaffen.“ Jedoch werde ein zugelassener Impfstoff wohl erst frühestens Mitte nächsten Jahres zur Verfügung stehen.