Das Bruttoinlandsprodukt sank durch die Corona-Krise kräftig, 16.000 Firmen mussten Insolvenz anmelden. Foto: dpa/Hauke-Christian Dittrich

Der Corona-Lockdown kostet die deutsche Wirtschaft im ersten Quartal des Jahres 2021 voraussichtlich gut 50 Milliarden Euro. Das geht aus Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln hervor.

Corona-Lockdown im ersten Quartal 2021 kostet 50 Milliarden Euro

Insgesamt beläuft sich der Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) durch die Corona-Krise demnach auf bislang 250 Milliarden Euro. Zudem mussten rund über 16.000 Unternehmen 2020 Insolvenz anmelden.

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Die Pandemie habe „fast alle Bereiche der Wirtschaft ins Mark getroffen“, erklärte das IW. Das Institut simulierte demnach den Konjunkturverlauf in Deutschland ohne Corona und verglich ihn mit der tatsächlichen Entwicklung. Besonders im zweiten Quartal 2020 sei es zu einem „Schock“ gekommen. Das prognostizierte BIP ohne Corona lag demnach bei 850 Milliarden Euro, tatsächlich waren es aber rund 100 Milliarden Euro weniger.

„Die Corona-Krise war und ist ein Schock für die deutsche Wirtschaft, der seinesgleichen sucht“, sagte IW-Direktor Michael Hüther dazu. Die Hilfspakete der Bundesregierung und das Kurzarbeitergeld hätten noch schlimmere Folgen abwenden können. „Allerdings haben die Auszahlungen der Hilfen lange, teilweise zu lange, auf sich warten lassen“, kritisierte Hüther.

5000 „Zombie“-Firmen vor der Pleite

Viele Firmen hätten der Krise nicht standhalten können – rund 16.300 Firmen rutschten in die Pleite. Das Institut schätzt zudem die Zahl sogenannter Zombie-Unternehmen, die nur noch existieren, weil die Insolvenzregeln ausgesetzt wurden, auf rund 5000. Die Bundesregierung hatte wegen der Corona-Pandemie die Pflicht zur Anmeldung von Firmenpleiten ausgesetzt und diese Frist zuletzt noch einmal bis Ende April verschoben.