Gastronomen im Hamburger Szenekiez St. Pauli machen auf die tiefgreifenden finanziellen Folgen der Corona-Beschränkungen aufmerksam
Foto: Imago Images/Chris Emil Janßen

Um die Folgen des Lockdowns abzufedern, stellt die Bundesregierung Milliarden-Summen bereit. Doch nicht bei allen, die das Geld dringend benötigen, kommt es auch tatsächlich an: Einer Umfrage zufolge sind mehr als zwei Millionen Deutsche durch die finanziellen Verluste in ihrer Existenz bedroht. Besonders betroffen sind Familien.

Hunderttausende Deutsche fallen in der Coronakrise offenbar durch das Raster der staatlichen Hilfen. 2,6 Prozent der Deutschen erleiden dadurch sogar existenzbedrohende finanzielle Verluste – also rund 2,1 Millionen Bürger, berichtete „Welt am Sonntag“ unter Berufung auf eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Kantar im Auftrag der Postbank.

Weitere 4,2 Prozent oder 3,5 Millionen Deutsche verzeichnen erhebliche finanzielle Einbußen, 14,4 Prozent leichte Kürzungen. Insgesamt müsse damit mehr als ein Fünftel der Bevölkerung mit weniger Geld auskommen als vor der Krise. Darunter sind Bezieher von Kurzarbeitergeld, Solo-Selbstständige und Unternehmer.

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Gruppe der 30- bis 39-Jährigen besonders betroffen

Überdurchschnittlich häufig müssen Familien Einbußen verkraften. Unter den Haushalten mit drei Personen sei fast jeder Dritte betroffen (30,4%). Bei den 30- bis 39-Jährigen seien sogar 37 Prozent betroffen. Für 6,8 Prozent aus dieser Gruppe sei der finanzielle Ausfall existenzbedrohend. Sozialverbände riefen dazu auf, wenigstens die Kinder mit schlechten Zukunftschancen verstärkt in den Fokus zu nehmen – „um Armutskarrieren zu verhindern“. Das jetzige System zementiere soziale Ungleichheit, Kinder aus armen Familien würden abgehängt, mahnt der Paritätische Wohlfahrtsverband.