Yannick kann mit seiner Sportprothese sogar joggen gehen. Foto: Privat

Er ist ein Vorbild für uns alle: Als bei Yannick Lill (20) der Krebs ausbrach, war er Teenager. Weil die Krankheit schon so weit fortgeschritten war, mussten die Ärzte im Helios-Klinikum Berlin-Buch sein Bein amputieren. Mühsam kämpfte sich der Junge zurück ins Leben. Im KURIER erzählt er von seinem schweren Schicksal, um anderen Menschen Mut zu machen.

„Es ist wichtig immer weiter zu kämpfen“, sagt Yannick. Er weiß, wovon er spricht. Dass er seine Sportsachen anzieht und einfach los laufen kann, hat er nicht nur den fortschreitenden medizinischen Möglichkeiten, sondern auch seiner eigenen Kraft und Disziplin zu verdanken.

Diagnose Knochenkrebs mit 13

Im September 2013 ertastete der damals 13-Jährige eine Beule an seinem linken Knie. „Ich wachte morgens auf und auf einmal war da eine Verhärtung unter der Haut“, erinnert er sich. Beunruhigt schickte ihn seine Mutter damit zum Orthopäden, doch der habe „nur eine Wachstumsstörung diagnostiziert und ihm Elektrotherapie verordnet.“

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Als es nach sechs Wochen nicht besser wurde und das Knie zu schmerzen begann, habe er erneut den Arzt aufgesucht, der ihm bloß eine Salbe verschrieb. Erst im Januar 2014 sei er bei einem Chirurgen vorstellig geworden, der ein MRT von seinem Bein machte. Die schreckliche Diagnose: Knochenkrebs! „Der Krebs war schon weit fortgeschritten“, so Yannick. Er musste sich schweren Chemotherapien unterziehen und die Ärzte im Klinikum mussten sein Beim amputieren.

Die Prothese hindert Yannick auch nicht daran, kräftig im Garten mitanzupacken. 
Foto: Privat

„Als ich aus der Narkose erwachte und mein Beim bewegen wollte, war da nur noch der bandagierte Stumpf. Das war schon sehr schlimm.“ Doch Aufgeben sei für ihn nie eine Option gewesen, „Ich war begeisterter Fußballspieler und wollte unbedingt weiter Sport machen“, erzählt er. Schritt für Schritt habe er mit einer Prothese wieder laufen gelernt.

Studium und Fußballverein unter einen Hut

Heute kann Yannick wieder ein fast normales Leben führen. Er absolviert ein Studium bei der Bundeswehr in Mannheim, spielt bei der TSG Hoffenheim Fußball in einer Mannschaft für Beinamputierte und geht hin und wieder joggen. „Ich komme zwar mit meiner Sportprothese an Grenzen, aber theoretisch könnte ich damit einen Marathon laufen“, sagt er.

Obwohl er schon so gut ausgelastet ist, engagiert er sich in seiner Freizeit auch noch als Botschafter für den Berliner Verein Kolibri e.V. und unterstützt krebskranke Kinder und Jugendliche. Er sagt: „Ich möchte ihnen mit meiner eigenen Geschichte helfen und für sie da sein, wenn es ihnen schlecht geht.“ Yannick ist ein tapferer Krieger.