Sexspielzeuge sind derzeit sehr gefragt, viele Paare erweitern offenbar gerade ihr Liebesleben. Foto: dpa

Duisburg/Berlin Eigentlich sollte es ein Scherz sein: Angesichts der Coronakrise hat ein Sex-Shop in Duisburg ein „Dildo-Taxi“ ins Leben gerufen. Doch es gab tatsächlich Interessenten für den speziellen Lieferdienst. Weil Bordelle, Sex-Kinos und Erotik-Läden dicht sind, muss sich auch diese Branche neu aufstellen. Und manche Paare entdecken offenbar ihr Sexleben neu.

„Ich wollte was Witziges in dieser Zeit“, sagt Silke Heimsoth. Nachdem ihr Erotikladen „Pussy Pleasure“ in Duisburg schließen musste, postete sie ein Foto von einem Auto mit Aufschrift „Dildo-Taxi“ bei Facebook – zum Spaß. Daraufhin hätten sich aber viele Kunden gemeldet, die wirklich etwas bestellen wollten. Mittlerweile fahre das Auto tatsächlich durch die Gegend und liefere Gleitmittel oder Vibratoren aus – allerdings ohne Aufschrift.

Die Verkaufszahlen bei Erotik-Onlineshops steigen, was ahnen lässt, womit sich der eine oder die anderen die ungewohnt viele Zeit zu Hause vertreibt. Sexspielzeuge gehen besonders gut. Bei „Eis.de“ haben sich die Bestellungen parallel zum Auftauchen von Corona verdoppelt. Besonders beliebt seien Druckwellen-Vibratoren. Auch bei „Orion“ ist mehr los. Verkaufshits seien ein Vibrationskissen zur Stimulation von Anus und Vulva und ein Fernbedienung-Paarvibrator.

Sexualtherapeutin Ulrika Vogt wundert das nicht: Ob allein oder mit mehreren, „beim Sex und besonders beim Orgasmus werden positive Hormone ausgeschüttet. Das gibt den Leuten ein selbstbewusstes Gefühl und beruhigt, und das ist besonders jetzt wichtig.“ Menschen hätten nun mehr Zeit und könnten die auch dafür nutzen, ihre Sexualität zu erweitern, „und vielleicht auch die Spielzeugsammlung“.

Auch bei Kondomen gibt es derzeit eine stärke Nachfrage. Foto: dpa

Kondomfabrikanten verzeichnen mit dem Voranschreiten der Pandemie Umsatzsteigerungen. „Besonders stark haben sich Großpackungen verkauft“, heißt es von „Ritex“. Auch Pornos stehen derzeit hoch im Kurs. So berichtet Porno-Produzentin Erika Lust, dass die Streaming-Zeiten auf ihren Plattformen um 20 bis 30 Prozent gestiegen seien. Das Portal „Pornhub“ hatte verkündet, dass Menschen, die in Italien leben, nun kostenlose Premium-Zugänge erhalten sollten. „Das kann wirklich eine zumindest kurzfristige Beruhigungsmaßnahme sein“, sagt Therapeutin Vogt. Auf vielen Portalen gebe es schon Corona-Kategorien, in denen Darsteller etwa Mundschutz tragen würden. Danach werde besonders in Krisengebieten in Italien und Spanien auf den Portalen gesucht. (dpa)