Die Inzidenz in Berlin lag am Sonntag knapp unter 100, am Montag aber wieder knapp darüber.  imago

Jetzt ist es perfekt: Das Zahlen-Chaos rund um die Corona-Krise. Was Experten schon vor dem Inkrafttreten der Bundes-Notbremse bemängelten, scheint in Berlin jetzt Wirklichkeit zu werden. Die Sieben-Tage-Inzidenz hüpft rund um die magische Kernmarke von 100 herum. Nun droht ein Auf-Zu-Wirrwarr. 

In Berlin ist eine der wichtigen Kennziffern der Pandemie - die Inzidenz - nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) wieder knapp über die Marke von 100 gestiegen. Am Montagmorgen wurde der Wert im RKI-Dashboard mit 100,8 angegeben. Am Freitag (98,6) und Samstag (97,0) waren die Werte erstmals seit Langem unter die Marke 100 gerutscht.

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Die Zahl gibt an, wie viele Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen erfasst wurden. Nur wenn der Wert fünf aufeinanderfolgende Tage unter 100 bleibt, werden schärfere Maßnahmen gemäß der Bundes-Notbremse wieder gelockert.

Der Lagebericht des Senats zu den aktuellen Corona-Zahlen sollte im Lauf des Vormittags veröffentlicht werden. Bei einigen Zahlen gab es in den vergangenen Tagen Abweichungen vom RKI-Dashboard. In Deutschland lag die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner laut RKI am Montagmorgen insgesamt bei 119,1 (Vortag: 118,6; Vorwoche: 146,9).

Was bedeutet der Inzidenzwert für Ausgangssperren?

In Berlin gilt die Corona-Notbremse seit dem 24. April. Diese beinhaltet auch eine Ausgangssperre zwischen 22 Uhr und 5 Uhr. Aufgehoben wird sie nur, wenn der Inzidenzwert in der Stadt an fünf aufeinanderfolgenden Werktagen unter 100 liegt. Sonn- und Feiertage werden dabei nicht einberechnet. Damit gelten die Ausgangssperren in dieser Woche weiter.

Öffnet die Gastronomie?

Gaststätten dürfen so lange der Inzidenzwert über 100 liegt nicht für den Publikumsverkehr öffnen.

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Was bedeutet der Inzidenzwert für körpernahe Dienstleistungen?

Körpernahe Dienstleistungen dürfen nur zu medizinischen, therapeutischen, pflegerischen oder seelsorgerischen Zwecken in Anspruch genommen werden. Als Ausnahme gilt der Friseurbesuch und die Fußpflege – unter der Bedingung, dass Kunden einen aktuellen negativen Corona-Test vorlegen können.

Was bedeutet der Inzidenzwert für Kultureinrichtungen?

Der Berliner Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) hatte am Freitag als der Inzidenzwert erstmals seit Langem unter 100 gesunken war, mögliche Lockerungen angekündigt. Dem rbb hatte er mit Blick auf die Senatssitzung am Dienstag gesagt: „Wir werden uns die Kultur und die Gastronomie vornehmen, also alles, was im Außenbereich möglich ist“. Müller mahnte aber auch zur Vorsicht. Unklar ist, ob angesichts des erneut gestiegenen Inzidenzwertes die angedachten Gespräche über Lockerungen entfallen.