Ein Mann mit Mund- und Nasenschutz kommt aus einem Ein- und Ausgang vom Bahnhof am Alexanderplatz.  Foto: Paul Zinken/dpa

Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci stimmt die Menschen in Berlin auf weitere Beschränkungen ein, sollte sich der Anstieg der Corona-Infektionen weiter fortsetzen. Der Senat sei dabei, „weitere Schritte, weitere Maßnahmen zu erörtern in einem Stufenplan“, sagte die SPD-Politikerin am Montag im Gesundheitsausschuss des Abgeordnetenhauses. Das werde auch Thema bei der Senatssitzung am Dienstag sein.

„Und je nachdem, wie sich die epidemiologische Lage in Berlin entwickelt, rechne ich auch mit weiteren Einschränkungen“, so Kalayci. „Weil die Lage sehr ernst ist und die Dynamik jetzt auch nicht abnimmt in den letzten Tagen.“

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Konkrete Beispiele für das, was ihr vorschwebt, nannte die Senatorin nicht. „Die Instrumente, die wir haben, liegen auf dem Tisch, das ist nichts, was neu erfunden wird“, sagte sie. „Die Überschrift für alle Maßnahmen, die jetzt noch kommen können, heißt: Kontakte minimieren.“ Das sei etwa über eine Begrenzung der Kontaktzahlen, Obergrenzen im privaten Bereich oder eine Sperrstunde möglich. „Das sind die Instrumente, die wir haben. So richtig mehr haben wir nicht, um einen Lockdown zu verhindern.“

Die strengste Form wäre eine harte Ausgangsbeschränkung

Die strengste Form, eine harte Ausgangsbeschränkung, habe Berlin beim Lockdown im Frühjahr erlebt. „Aber wir haben ja in der Zeit auch einiges gelernt. Das heißt, man muss es nicht so machen wie beim ersten Mal, da kann man schon einiges variieren“, so Kalayci. Erneut appellierte sie an die Menschen, von sich aus Kontakte einzuschränken und die geltenden Regeln einzuhalten. „Die Zeit, wo man gesellig sich irgendwo zusammen trifft, ist vorbei.“

Erst am Samstag waren in Berlin neue Beschränkungen wegen der Corona-Pandemie in Kraft getreten. Zum einen besteht jetzt Maskenpflicht für Märkte und zehn besonders belebte Straßen in mehreren Bezirken, aber auch für Shoppingmalls und Warteschlangen.

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Zudem gelten noch strengere Obergrenzen für private Zusammenkünfte: Draußen dürfen sich nur noch 25 statt bisher 50 Menschen etwa zu einer Feier treffen, drinnen statt bisher zehn Menschen nur noch Angehörige eines Haushalts plus maximal fünf andere Personen.

Hauptstadt liegt deutlich über dem kritischen Schwellenwert

Der rot-rot-grüne Senat hatte die Maßnahmen beschlossen, weil sich die Corona-Pandemie in Berlin zuletzt stark ausgebreitet hat. Die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen kletterte auf inzwischen über 120. Damit liegt die Hauptstadt deutlich über dem kritischen Schwellenwert von 50.

Trotz der angespannten Lage müssen Besuche von Angehörigen in Senioren- und Pflegeheimen nach Einschätzung Kalaycis weiter möglich sein. Solange es in den Einrichtungen selbst keine Covid-19-Ausbrüche gebe, müsse dies sichergestellt sein. Ziel müsse sein, den Schutz der Patienten und Beschäftigten sowie das Recht auf Besuche „in Einklang zu bringen“, etwa durch Hygienekonzepte.

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Dabei helfen können aus Kalaycis Sicht neue Corona-Schnelltests, von denen das Land Hunderttausende bestellt habe und die seit dieser Woche vor allem in Berliner Krankenhäusern und der Altenpflege zum Einsatz kommen. Diese Testkapazitäten, bei denen das Ergebnis in kurzer Zeit vorliegt, sollen nach den Worten der Senatorin nicht nur von Beschäftigten und Patienten, sondern auch von Besuchern in Anspruch genommen werden können.