Die Gerichte verzeichnen erstmals seit Jahren wieder mehr Scheidungen. In Brandenburg waren es fünf Prozent, in Berlin zehn Prozent mehr als im Vorjahr. Foto: imago images/blickwinkel

Der rückläufige Trend der letzten Jahre bei der Zahl der Ehescheidungen in setzte sich 2019 nicht fort, teilt das Amt für Statistik Berlin Brandenburg mit. Nachdem die Familiengerichte im Land Brandenburg sieben und in Berlin drei Jahre lang kontinuierlich weniger Ehen geschieden hatten, gab es 2019 wieder einen Anstieg.

Im Land Brandenburg wurden 4424 Ehen geschieden, fünf Prozent mehr als im Vorjahr. Die überwiegende Mehrheit der Ehen (83 Prozent) wurde nach dem sogenannten Trennungsjahr geschieden. Bei 96 Prozent ging die Initiative von einer oder einem der Partnerinnen oder der Partner aus. Die meisten Ehen (fünf Prozent) endeten im sechsten Ehejahr. Im „verflixten siebten Jahr“ ließen sich fünf Prozent der Paare scheiden.

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In gut der Hälfte der Fälle betrug der Altersunterschied bis zu fünf Jahre, in 46 Fällen mehr als 20 Jahre. Im Land Brandenburg waren 2987 Kinder von Scheidungen betroffen, 67 mehr als 2018. 44 Prozent der Scheidungspaare hatten mindestens ein minderjähriges Kind, in 28 Familien wurden vier und mehr Kinder mit der Scheidung der Eltern konfrontiert. 93 Prozent der Ehescheidungen betrafen deutsche Paare. Die meisten Scheidungen gab es erneut im Landkreis Oberhavel mit 406, die wenigsten in Frankfurt (Oder) mit 95.

Auch in Berlin enden Ehen zumeist im sechsten Jahr

In Berlin wurden im gleichen Zeitraum 5898 Ehen geschieden, 10 Prozent mehr als 2018. Bei 92 Prozent der Scheidungen ging die Initiative von einer oder einem der Partnerinnen oder der Partner aus. Bei acht Prozent beantragten beide Partner die Trennung. 39 Ehen hielten nur ein Jahr lang. Die Scheidungsrate in Berlin war im sechsten Ehejahr am höchsten (sechs Prozent). Bei 45 Prozent der Scheidungspaare lebten minderjährige Kinder, insgesamt 4147. Das waren 325 mehr als 2018. In Berlin gab es 13 Familien, bei denen jeweils fünf oder mehr Kinder von der Trennung der Eltern betroffen waren.

Erstmals wurden auch Ehescheidungen von gleichgeschlechtlichen Paaren gezählt, teilt das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg mit.