Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 1890 Corona-Neuinfektionen gemeldet.  Hendrik Schmidt/dpa

Die Inzidenz geht in der Hauptstadt weiter nach oben: Laut den aktuellsten Daten des Robert Koch-Instituts von Donnerstagmorgen haben sich in den vergangenen sieben Tagen pro 100 000 Einwohner 22,6 Menschen neu mit dem Coronavirus infiziert. Innerhalb einer Woche hat sich der Wert damit nahezu verdoppelt. Am Vortag lag die Inzidenz noch bei 21,8. Die entsprechende Corona-Ampel des Berliner Senats war damit wieder auf gelb gesprungen.

Als einziger Berliner Bezirk bewahrt Marzahn-Hellersdorf noch eine einstellige Inzidenz mit 8,5. Den stadtweiten Inzidenzwert treiben vor allem drei Bezirke nach oben: Friedrichshain-Kreuzberg liegt inzwischen laut Berliner Corona-Lagebericht schon bei 44,8, gefolgt von Mitte mit 36,3 sowie Charlottenburg-Wilmersdorf mit 32,6. Beim RKI werden Berlins Bezirke als sogenannte Stadtkreise geführt, dort übertrifft nur in Solingen und Kaiserslautern die Inzidenz diejenige von Friedrichshain-Kreuzberg.

Senat könnte Corona-Regeln Anfang August wieder einschränken

Angesichts der dramatischen Corona-Entwicklung in der Hauptstadt wächst in Berlins Bezirken die Nervosität. Am Dienstag hatte der Senat beschlossen, die aktuell geltenden Corona-Regeln bis zum 20. August zu verlängern. Demnach gelten keine Kontaktbeschränkungen mehr, Veranstaltungen für bis zu 25.000 Personen sind möglich. Die Maskenpflicht beschränkt sich auf wenige Bereiche wie den öffentlichen Nahverkehr, Geschäfte und körpernahe Dienstleistungen. 

Eine Senatssprecherin verwies allerdings darauf, dass der Senat Anfang August wieder zusammenkommen werde. „Veränderungen sind dann immer möglich.“ Deutliche Worte kommen von Reinickendorfs Amtsarzt Patrick Larscheid: „Wir befinden uns am Anfang der vierten Welle, das ist ganz klar, die Zahlen steigen exponentiell.“ Larscheid kritisiert, dass jüngere Menschen ungeimpft auf Partys gehen. „Ich habe Verständnis, dass jeder wieder das normale Leben leben möchte, das man vor Corona hatte“, so der Amtsarzt, „aber das geht eben nicht ungeimpft.“

Bundesweite Inzidenz bei 12,2

Auch die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen steigt weiter. Sie liegt jetzt bei 12,2, wie das Robert-Koch-Institut am Donnerstagmorgen meldete. Eine Woche zuvor hatte sie noch bei 8,0 gelegen. Demnach meldeten die Gesundheitsämter in Deutschland dem RKI zuletzt binnen eines Tages 1890 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen vom Donnerstagmorgen hervor.


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Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen steigt weiter. Sie liegt jetzt bei 12,2.

Die Sieben-Tage-Inzidenz ist ein wesentlicher Maßstab für die Verschärfung oder Lockerung von Corona-Auflagen. Sie gibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche an.

Laut RKI wurden binnen 24 Stunden 1890 Corona-Neuinfektionen sowie 42 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus registriert. Die Gesamtzahl der verzeichneten Corona-Ansteckungen in Deutschland seit Beginn der Pandemie liegt den Angaben zufolge bei 3.750.503, insgesamt wurden bisher 91.458 Corona-Tote gemeldet. Die Zahl der von einer Corona-Infektion Genesenen gibt das RKI mit rund 3.642.600 an.