Bar-Manager Max Schulz aus dem Bonvivant in Schöneberg mixt angesagte Sommerdrinks. Foto:  Volkmar Otto

Als Max Schulz (30) seinen Drink „Waldspaziergang“ beschreibt, erinnert er sich als erstes an Entdeckungsreisen in seiner Kindheit: „Ich bin früher oft mit meinen Eltern in den heimischen Wald gefahren. Dieses Gefühl von einem Waldspaziergang wollte ich gerne in einem Drink einfangen.“ Mit einem Mix aus weißem Rum, Waldhimbeergeist, Limette, Honig und Pino Mugo, einem Fichtennadellikör, hat er dieses Vorhaben in flüssiger Form abgerundet.

Der „Waldspaziergang" von Max Schulz. Foto:  Volkmar Otto

Schulz ist Bar-Manager des Bonvivant in Schöneberg. Dort haben es sich die Inhaber The Anh Nguyen und Jules Winnfield zur Aufgabe gemacht, sowohl in der vegetarischen Menü- als auch in der Getränkekarte mit regionalen Zutaten zu spielen. Schulz hat das Barkonzept entwickelt, und das sieht passend zum Sommer vor allem eines vor: easy drinking. „Wir wollen unseren Gästen leichte und schön anzusehende Cocktails bieten. Welche, die man gut schlürfen kann, ohne dass man über eine zu hohe Komplexität des Drinks fachsimpeln muss.“

Und doch hinterlassen Cocktails wie der „Almost Cosmo“ genügend Gesprächsbedarf. Schulz erklärt den herb-süß-erfrischenden Drink so: „Das ist unsere Variante eines Cosmopolitan. ‚Almost‘ deswegen, weil hier im Gegensatz zur bekannten Version kein Orangenlikör drin ist. Dafür haben wir mit einem lokalen Erdbeerbrand gearbeitet.“ Zusätzlich kommen in Wodka eingelegte Zitronen, Limette und Agave hinzu. Als würde das noch nicht reichen, sprüht Schulz noch Krauseminze, einen Minzgeist, zur Abrundung über das Glas.

Max Schulz bereitet den „Almost Cosmo" zu. Foto:  Volkmar Otto

Auch für den Balkon oder die Terrasse zu Hause hat Schulz Tipps parat. „Ein toller und sehr einfacher Drink ist ein ‚Negroni Sbagliato‘.“ Hierfür 2 cl Campari, 2 cl roten Wermut, 6 cl Prosecco und etwas Bio-Orangenspalte mixen und mit einem Eiswürfel in einem Sektglas servieren. „Ein klassischer Aperitif-Cocktail, der schön leicht ist und immer geht. Alternativ dazu kann man den Prosecco durch Sodawasser ersetzen, dann wird aus dem Drink ein ‚Americano‘.“

Schulz glaubt, dass sich – ausgelöst durch die Corona-Krise – auch die Trinkgewohnheiten verändern werden. „Aperitivo bedeutet auch früheres trinken oder tagsüber einen Cocktail zu genießen. Dazu isst man ein paar kleine Häppchen und erlebt das Essen und Trinken wieder mehr im Einklang. Drinks mit einer niedrigeren Alkoholstärke werden stärker in den Vordergrund rücken.“

Wer schon jetzt auf alkoholfreie Cocktails setzt, kann seine Gästen auch mit folgender Idee überraschen: „Für alkoholfreie Drinks empfehle ich, sich alkoholfreie Spirituosen zuzulegen. Ob Wermut, Gin, Amaro oder Rum – die Möglichkeiten auf diesem Gebiet sind vielfältig. Man kann viele Cocktails, die man mit Alkohol zubereitet, auch damit servieren. Und man hat trotzdem das Gefühl von einem geselligen Miteinander“, sagt Schulz.