Claudia Barmbold und Peter Dörsam vom PD-Verlag nehmen für ""Pictures" den Preis "Spiel des Jahres" entgegen. Foto: dpa

Das Daheimbleiben in der Corona-Krise hat auch sein Gutes. In den Familien stehen seit dem Spieleabende wieder hoch im Kurs. Da staunt man Bauklötzer, was für simple Dinge man dafür nur braucht. So reichen schon paar Holzbausteine, Schnürsenkeln und Karten aus, um „Spiel des Jahres“ zu werden. Die Preisverleihung fand am Montag in Berlin statt.

Im Hotel nhow an der Stralauer Allee tagte die Jury des Vereins „Spiel des Jahres“, der seit 1979 jährlich den gleichnamigen Preis vergibt. Mehrere hundert Spiele wurden getestet, die in den vergangenen Monaten in den Handel kamen. Die Jury wählten daraus nun die besten aus.

Den begehrten Preis erhielt „Pictures“. Das Spiel (38,80 Euro) brachte der Heidenauer PD-Verlag heraus. Die Jury lobte die Idee der Erfinder Daniela und Christian Stöhr, wie man aus Klötzen, Schnüren und Foto-Karten Bilder formen kann, die von den Mitspielern zu erraten sind.

Jury lobt: „ Große Kreativität mit einfachen Mitteln“

Eine Spielrunde bei „Pictures“ dauert etwa 30 Minuten. Drei bis fünf Mitspieler werden benötigt. Mindestalter: acht Jahre. Jury-Chef Harald Schrapers würdigte die „große Kreativität mit einfachen Mitteln“ des Spiels. „Die Raterunden gleichen dem Besuch einer Kunstausstellung“, sagte er bei der Preisverleihung.

Brettspiele sind seit der Corona-Krise wieder sehr gefragt. Foto: dpa

In der Sparte „Kennerspiel des Jahres“ wurde das Kartenspiel „Die Crew“ (Kosmos-Verlag, 12,66 Euro) ausgezeichnet. Die zwei bis fünf Mitspieler werden darin zu einer Raumschiff-Besatzung, die zu einem Planeten am Rande des Sonnensystems reist.

Der Erfinder von „Die Crew“ ist Thomas Sing, Diplom-Volkswirt aus Konstanz. Nicht nur die Mathematik ist seine Leidenschaft, auch das Spielen. In seiner Schulzeit wurde Sing sogar Weltrekordler im „Mensch ärgere dich nicht“.

In Zeiten der Corona-Krise seien Brettspiele „mehr denn je gefragt“, sagt „Spiel des Jahres“-Vereinschef Schrapers. Das Umsatzplus der Branche in dieser Zeit beziffert er mit 25 Prozent. „Viele Familien haben die Erfahrung gemacht, dass beim Spielen das gemeinsame Erlebnis ganz oben ansteht“, sagt er. „Das ist auch der Grund, warum in diesem Jahr in vielen Haushalten Brettspiele mehr denn je auf den Tisch kommen.“

Thomas Sing wurde für sein Kartenspiel „Die Crew“ ebenfalls geehrt. Foto: dpa