Kleiner als ein Fingernagel, manchmal nur zwei Gramm leicht: So ein Hörgerät geht schnell unbemerkt verloren. Foto: Thomas Frey/dpa

Corona macht schwerhörig – mittelbar. Hörgeräteakustiker in Berlin berichten, dass die Zahl der Kunden, die sich wegen verloren gegangener Hörgeräte bei ihnen melden, mit Corona gestiegen ist. Schuld sind die Masken.

Brillenträger kennen das Problem: Beim Abnehmen des Mund-Nase-Schutzes vom Ohr verheddert sich gern ein Bändchen am Brillenbügel, dann beginnt ein Herumnesteln, damit die Brille nicht herunterfällt. Bei Schwerhörigen kann das Band aber auch an den wenige Gramm leichten Hörhelfern hängen bleiben, sie fallen zu Boden. Das merkt nicht jeder gleich, und dann ist ein viele Hundert Euro teures Gerät schlicht weg.

Jedes Hörgerät hat eine registrierte Nummer

Bei einer kleinen telefonischen Umfrage berichteten Mitarbeiter von einer Zunahme von Verlusten – teilweise einer Verdoppelung. Das sind zwar in der  Regel nur zwei oder drei statt nur eines Falls im Monat, aber bei über 200 Geschäften von Hörgeräteakustikern in Berlin kommt eine erkleckliche Menge mit hoher Schadenssumme zusammen. 

Wer so ein Gerät findet, kann dem betroffenen Menschen helfen, es zurückzubekommen. Denn jedes Hörgerät hat eine registrierte Nummer. Sie ist entweder aufgedruckt – manchmal hinter der Batterie-Klappe – oder sie kann elektronisch ausgelesen werden. 

Das kann ein Hörgeräteakustiker tun oder der Hersteller. Der wird jedoch den Finder nicht über den Betroffenen informieren, sondern dessen Händler, der wiederum dem Kunden mitteilt, in welchem Fundbüro oder welchem Geschäft das Gerät abgegeben wurde. Die Hörgeräteakustiker appellieren auch an die Mitarbeiter von Fundbüros, sich der Mühe der Nachforschung zu unterziehen.