Kann, muss  nicht: Bund will keine Pflicht, sich gegen Corona impfen zu lassen. Foto: Friso Gentsch/dpa

Eine Impfpflicht gegen das Corona-Virus wird es nicht geben. Das sagte Kanzleramtschef Helge Braun (CDU). Auch Lothar Wieler, Chef des Robert Koch-Instituts, sieht das so.  

Wenn ein Impfstoff vorliege, sei es gut, wenn sich viele impfen lassen, sagte Braun. Das entscheide jedoch jeder selbst. „Wer das nicht will, muss das Risiko einer Infektion selbst tragen“, erklärte Braun der Funke Mediengruppe. Braun, selber Mediziner, hofft auf einen Impfstoff für die breite Bevölkerung zwischen Anfang und Mitte nächsten Jahres. Dann könne man auch zum normalen Leben zurückkehren.

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Braun: Bevölkerung gehe diszipliniert mit den Kontaktbeschränkungen um

Den bisherigen Kampf gegen das Virus in Deutschland bezeichnete Braun als „sehr erfolgreich“. Ein großer Teil der Bevölkerung gehe diszipliniert mit den Kontaktbeschränkungen um. Braun: „Aus medizinischer Sicht ist mir bei dem Punkt Reisen und Geselligkeit etwas mulmig. Da dürfen wir nicht zu forsch sein. Die bisherige Erfahrung lehrt, dass dies für die Ausbreitung des Virus eine große Rolle spielt.“

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Der Minister nannte die wirtschaftlichen und sozialen Folgen der Krise gravierend. Nach der ersten Nothilfe müsse man jetzt klären, wie man die Wirtschaft wieder in Gang setzt. Er lehnte als Helikoptergeld bezeichnete Bar-Schecks für Bürger ab. Es gehe weniger um kurzfristigen Konsum, als um nachhaltige Investitionen, die auch dem Klima nutzen.