Attila Hildmann spricht bei einer Demonstrationen gegen die Corona-Einschränkungen vor dem Olympiastadion. Foto: dpa-Zentralbild/dpa

Bei einer Demonstration des umstrittenen Kochs Attila Hildmann vor dem Messegelände in Berlin sind am Samstag Journalisten bedroht worden. Videoaufnahmen zeigen, dass es zu einer verbalen Auseinandersetzung zwischen Hildmann und seinen Mitdemonstranten auf der einen Seite und einem Presseteam, darunter dem Journalisten Tobias Huch, kam.

Zu sehen war der Vorfall in einem Video, welches das Jüdische Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus auf Twitter postete.

„Ihr seid Faschisten und wir werden eure Namen finden und dann gucken wir mal weiter“, drohte Hildmann den Journalisten. Ein Demonstrationsteilnehmer schlug gegen die Kamera eines Pressevertreters. Laut dem Jüdischen Forum wurden „die am Rande stehenden Personen aggressiv“ von Hildmanns Anhängern angegangen, bedroht und eingeschüchtert. Zu sehen ist in dem Video auch, dass einige Demonstranten den Journalisten immer näher kamen, so dass diese sich rückwärts bewegten und mehrfach darum baten, Abstand zu halten.

Kommentatoren kritisieren unter dem Post, dass - wie in dem Video zu sehen ist - zunächst nur zwei Polizisten anwesend waren. Sie schritten erst ein, nachdem ein Journalist mehrfach darum gebeten hatte, mehr Beamte hinzuzuziehen.

Der Journalist Tobias Huch stellte noch am Abend Strafanzeige wegen Nötigung und Bedrohung gegen Hildmann, wie er auf Twitter mitteilte.

Die Polizei äußerte sich am Sonntagnachmittag auf Twitter zu dem Vorfall: „Wir haben die Pflicht, Versammlungen ungeachtet ihres Themas und die Pressefreiheit zu schützen“, schrieb sie. „Provokantes oder aggressives Verhalten aus Versammlungen heraus“ werde immer auch strafrechtlich bewertet. Man würde den Fall „mit in die Vorbereitung künftiger Einsätze einfließen“ lassen.