Anfang 2019 war er abgeschoben worden (Symbolbild). Foto:
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Ein im Januar 2019 aus München abgeschobene Afghane darf zurück nach Deutschland. „Es ist ein gutes Gefühl, dass ich wieder in meine Schule gehen und wieder arbeiten kann“, sagte Sardar Dschafari der Deutschen Presse-Agentur in Kabul. Dschafari hatte vor seiner Abschiebung Aussicht auf einen Ausbildungsvertrag und spricht Deutsch.

Abschiebungen nach Afghanistan sind umstritten, da der jahrelange Konflikt in dem Land als einer der tödlichsten weltweit gilt und viele Bewohner auf humanitäre Hilfe angewiesen sind. Dschafari hatte eigenen Angaben zufolge keine Wurzeln in der Hauptstadt Kabul, seine Eltern sind lange verstorben. Die Stadt wirkte fremd auf ihn. „Sie haben mir nicht einmal mein Telefon gegeben, um meinen Anwalt anzurufen. Es war ein schwieriger Tag“, sagte der Mann über seine Abschiebung.

Visum wird in Indien ausgestellt

Seine Rückkehr wurde nun genehmigt, sein Visum muss er in Indien abholen. Seit dem tödlichen Anschlag mit mehr als 100 Toten nahe der Deutschen Botschaft in Kabul im Mai 2017 hat die Vertretung die Visavergabe eingestellt. Bereits 2019 war Dschafari nach Neu Delhi gereist, um seine Dokumente einzureichen, sagte er. Am Mittwoch will er wieder in Deutschland sein.

Auch wenn einige Bundesländer nach offiziellen Angaben nur Straftäter oder sogenannte Gefährder abzuschieben, werden aus anderen Regionen auch unauffällige abgelehnte Asylbewerber zurück gebracht. Seit März gab es aber keinen Abschiebeflug mehr nach Afghanistan. Die dortigen Behörden hatten Deutschland wegen der Corona-Pandemie um die Einstellung der Flüge gebeten. Eine geplante Wiederaufnahme der Abschiebungen für diesen Montag wurde kurzfristig verschoben.