Eine Pistole in den Händen eines Mannes. dpa/Nicolas Armer

Das Schulmassaker von Uvalde ist erst weniger Tage her, doch schon dringt der nächste schockierende Fall von Waffengewalt aus den USA durch die Welt: Ein zweijähriger Junge hat in den USA seinen Vater mit einer ungesicherten Waffe im Haus der Familie erschossen.

Junge (5) sah, wie sein Bruder (2) seinen Vater erschoss

Wie US-amerikanische Medien berichten, soll sich das Unglück vor den Augen des fünf Jahre alten Bruders des Zweijährigen zugetragen haben. Und so wurde der zum wichtigsten Zeugen der Ermittler, wie die Polizei des Bezirks Orange County im Bundestaat Florida am Montag mitteilte.

Lesen Sie auch: Pfingst-Gewitter sind vorbei: Kommt jetzt der Hitze-Hammer aus Spanien zu uns? DAS sagt der Wetter-Experte >>

Sheriff John Mina zufolge waren die per Notruf alarmierten Beamten am Tatort in Orlando zunächst von einem Suizid des 26 Jahre alten Vaters ausgegangen. Im Krankenhaus wurde jedoch eine Schusswunde im Rücken des Mannes festgestellt, die diese These nicht stützte. Auch die Untersuchungen am Tatort bestätigten die Schilderung des Fünfjährigen, wonach sein kleiner Bruder die Waffe ausgelöst habe. Neben den beiden Jungen und einem fünf Monate alten Baby war zu jenem Zeitpunkt auch die Mutter der Kinder zu Hause. Als die Polizei eintraf, versuchte sie ihren Mann gerade wiederzubeleben.

„Die Schusswaffe war nicht ordnungsgemäß weggeschlossen“, sagte Mina auf einer Pressekonferenz. „Sie war vielmehr einfach zugänglich, selbst für einen Zweijährigen, und das Ergebnis ist eine Tragödie, die niemand hier in unserer Gemeinde wirklich fassen kann.“

Tat ereignete sich bereits im Mai

Der Vorfall ereignete sich bereits am 26. Mai, aufgrund der schwierigen Ermittlungen informierte die Polizei aber erst jetzt die Öffentlichkeit. Demnach galten für beide Eltern Bewährungsauflagen wegen Kindesvernachlässigung und Drogendelikten. Die Mutter wurde festgenommen und muss sich nun unter anderem wegen fahrlässiger Tötung, illegalen Waffenbesitzes und Verstoßes gegen die Bewährungsauflagen verantworten.

„Jetzt haben diese jungen Kinder faktisch beide Eltern verloren“, sagte Mina. „Ihr Vater ist tot, ihre Mutter ist im Gefängnis. Und ein junges Kind muss aufwachsen im Wissen, dass es seinen Vater erschossen hat. Diese Tragödien sind zu 100 Prozent vermeidbar.“

Lesen Sie auch: Vermisster Schlittenhund Leon nach drei Monaten wieder aufgetaucht! >>

Ob Sheriff John Mina damit auf die niedrigschwelligen Waffengesetze in den USA anspielt ist unklar. Seit dem Massaker von Uvalde mehren sich die Stimmen, die eine Verschärfung der Gesetze fordern. Die mächtige Waffenlobby NRA mit ihrem Fürsprecher Donald Trump ließ neulich anklingen, das Problem mit mehr Waffen lösen zu wollen. Wie das in diesem Fall geholfen hätte, ist unklar.