Rettungskräfte und Ermittler stehen neben den abgedeckten Leichen am Kesselwagen. Zwei Jugendliche sind im Bahnhof von Itzehoe auf einen Waggon geklettert und von einem Stromschlag der Oberleitung getötet worden. Foto: Jonas Walzberg/dpa

Tragödie in Itzehoe: Vier Teenager, 16 bis 18 Jahre alt, tummeln sich am späten Samstagabend auf dem Bahnhof der Stadt in Schleswig-Holstein. Sie klettern auf einen dort abgestellten Kesselwagen. Ein tödlicher Leichtsinn. Zwei von ihnen sterben durch einen Stromschlag. Für sie kommt jede Hilfe zu spät. Die beiden anderen werden verletzt.

Einer von ihnen erlitt eine Verbrennung an der Hand, der andere kam mit einem Schock davon. Es gebe keine Hinweise darauf, dass die Jugendlichen eine Straftat planten, sagte ein Sprecher der Bundespolizei der Deutschen Presse-Agentur.

Der Vorfall ereignete sich am Sonnabend gegen 22.20 Uhr. Ein Großaufgebot an Rettungskräften war nach dem Unglück im Einsatz. Damit die Rettungskräfte vor Ort gefahrlos arbeiten konnten, musste der Strom in der Oberleitung abgestellt werden. Neben Feuerwehrleuten waren vier Rettungswagen, zwei Notärzte sowie Beamte von Landes- und Bundespolizei im Einsatz.

Weil Gefahrgut in dem Kesselwagen war, wurde zudem vorsorglich der Löschzug Gefahrgut des Kreises Steinburg alarmiert. Der Bahnhof war am Samstagabend für etwa eineinhalb Stunden gesperrt. Erst gegen Mitternacht wurde die Bahnstrecke wieder freigegeben. Nach Angaben der Deutschen Bahn kam es zu erheblichen Verspätungen.

Die Bundespolizei weist immer wieder darauf hin, dass es auch zu Stromschlägen kommen kann, wenn man die Oberleitung nicht berührt. Bereits wenn man der Leitung mit 15.000 Volt näher als 1,50 Meter kommt, kann der Strom auf den Körper überspringen.